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Mit dem Blick auf die Welt nach Gott fragen

Manche Themen würden in der Kirche erst dann aufbrechen, wenn sich gesellschaftliche Werte verändert hätten und bisher Tabuisiertes plötzlich anders gesehen werde. Der Theologe und Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz* Daniel Kosch plädiert in einem Interview im  Pfarreiblatt Zug dafür, die Kirche müsse stets nach den «Zeichen der Zeit» fragen. Damit richte sie den Blick auf die Welt. Und in ihrem Blick auf die Welt frage sie nach Gott.

Für Daniel Kosch ist es wichtig, dass die Kirche die «Zeichen der Zeit» erkenne. Das sei eine Kernaufgabe der Pastoral. Das sei seit dem 2. Vatikanischen Konzil so. Kosch sagt, es gelte, wichtige Entwicklung in der Gesellschaft und in der Welt von heute sorgfältig wahrzunehmen und danach zu fragen, was «im Licht des Evangelium» daran befreie und hilfreich sei, «die Menschen wahrhaftiger, aufmerksamer, solidarischer, verletzlicher, hoffnungsvoller, friedensfähiger macht.» Dahinter stehe der Gedanke, «dass Gott nicht nur durch die Bibel und die Lehre, sondern durch die Welt und durch die Menschen zur Kirche spricht.»

Es gehe nicht darum, die Kirche fit zu trimmen oder «erfolgreicher» zu machen. Daniel Kosch meint: «Eine Kirche, die sich einmischt, wird eher gehört als eine Kirche, die sich zurückzieht. Aber das Erkennen der Zeichen der Zeit zielt nicht darauf ab, die Erfolgschancen der Kirche zu erhöhen. Denn eine Kirche, die sich an den Zeichen der Zeit orientiert, ist weder für ihre Mitglieder noch für ihr Umfeld bequem. Sie wird gewohnte Sichtweisen und Lebensmuster infrage stellen und damit auf den Spuren Jesu für Unruhe und Widerspruch sorgen.» kr

Das sehr lesenswerte Interview finden Sie hier in voller Länge: Daniel Kosch, «Zeichen der Zeit.» Göttliche Impulse oder gefährliche Versuchung? Pfarreiblatt Zug, Nr. 51/52 2017, Interview von Ruth Eberle

 

*Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) ist der Dachverband der kantonalkirchlichen Organisationen, zuständig für Fragen in den Bereichen Kirchenfinanzierung, Staatskirchenrecht und Religionsrecht und Kirchenmanagement.

9. April 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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