Mit Erinnerungen verbunden: der Sammelbeutel «Gemeinsam für eine gerechte Welt.» Foto: Keystone, Urs Flüeler

Mutige Akteurinnen

Seit 50 Jahren engagieren sich die Hilfswerke Brot für alle, Fastenopfer und später auch Partner sein mit einer ökumenischen Kampagne für eine gerechtere Welt. Der Einsatz für Menschenrechte zieht sich wie ein roter Faden durch all die Kampagnen. So auch in diesem Jahr, wo die Stärkung der Rechte der Frauen das zentrale Anliegen ist.


Von Lorenz Kummer, Fastenopfer


Frauen haben weltweit eine tragende Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft. Doch sie sind auf allen Entscheidungsebenen untervertreten und verdienen weniger für die gleiche Arbeit als Männer. Der Beitrag der Frauen wird zudem kaum anerkannt und schlecht honoriert. Frauen pflegen das soziale Netz, tragen vielerorts die Hauptlast in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und im informellen Sektor und leisten den Grossteil der Care-Arbeit – oft ohne Bezahlung.

Deshalb stehen in der ökumenischen Jubiläumskampagne 2019 Frauen im Zentrum. Als mutige Akteurinnen setzen sie sich für ihre Rechte ein, kämpfen für eine Wirtschaft, die dem Leben dient, und engagieren sich für den notwendigen Wandel in der Gesellschaft. Besondere Bedeutung hat dieser Kampf bei der Ausbeutung von Rohstoffen, die oft zu Menschenrechtsverletzungen, zu Landraub oder zur Verschmutzung von Böden und Wasser führt.

Viele Partnerorganisationen im Süden berichten denn auch von katastrophalen Auswirkungen des Rohstoffgeschäfts für Frauen. Im Umfeld von Minen und Plantagen nehmen Vergewaltigungen und Gewalt weltweit zu. Frauen aus Kamerun, dem Kongo und den Philippinen werden diese Entwicklungen an vielen Anlässen während der Ökumenischen Kampagne thematisieren. Anlass zum Feiern Das Rohstoffgeschäft ist zwar besonders risikoreich. Aber auch andere Schweizer Unternehmen sind regelmässig in die Verletzung von Menschenrechten und Umweltstandards verwickelt.

In der Schweiz setzen sich Brot für alle und Fastenopfer seit Langem dafür ein, dass Unternehmen Menschenrechte respektieren und in der Schweiz eine verbindliche Regulierung von Unternehmen gesetzlich verankert wird. Eine Sorgfaltsprüfung, wie sie die Konzernverantwortungsinitiative verlangt, ist unabdingbar. Der 50. Geburtstag der Ökumenischen Kampagne 2019 bietet aber auch Anlass, früheres wie heutiges Engagement zu würdigen. Dies wird sich im Projekt «50 Frauen» spiegeln, in dem Frauen aus dem Süden und Norden porträtiert werden. Und am nationalen Suppentag am 13. April in Bern wird Starkoch Mirko Buri eine Suppe aus Essensresten kochen und damit auch ein Zeichen gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln setzen.

 

Jubiläumsanlass und nationaler Suppentag in Bern

Die diesjährige Kampagne dauert vom 6. März bis Ostersonntag, 21. April, und steht unter dem Motto «Gemeinsam für starke Frauen. Gemeinsam für eine gerechte Welt».

Am Samstag, 13. April, findet zwischen 10.30 und 11.30 in der Heiliggeistkirche in Bern der Jubiläumsgottesdienst «50 Jahre Ökumenische Kampagne» statt. Der Chor der Nationen wird den Anlass mitgestalten.
Im Anschluss wird bis 14.30 Koch und Food-Waste-Pionier Mirko Buri auf dem Bahnhofplatz in Bern Suppe kochen. Alle sind herzlich eingeladen.
Gleichzeitig beginnt die Ausstellung «Gemeinsam verändern wir die Welt! 50 Frauen, die bereits damit begonnen haben».

Infos:
www.sehen-und-handeln.ch
www.facebook.com/sehenundhandeln



6. März 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 6
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