Symbol des Aufbruchs; der neue Brunnen von Taratasy. Foto: Fenitra Rabefaritra

NUR EINIGKEIT MACHT STARK

DIE BEWOHNER UND BEWOHNERINNEN DES DORFS TARATASY AUF MADAGASKAR MOBILIESIEREN SICH MIT UNTERSTÜTZUNG DES FASTENOPFERS, UM IHRE LEBENSBEDINGUNGEN ZU VERBESSERN.

In Taratasy leben 80 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Eine fünfköpfige Familie verfügt über ein Einkommen von weniger als einem Euro pro Tag. Doch allmählich lebt das Dorf an der Ostküste Madagaskars auf – dank dem von Fastenopfer entwickelten Projekt Tsinjo Aina.

Die Lage von Taratasy entlang des Flusses Namandrahana beeinträchtigt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Dorfes: Der Bewässerungskanal der Reisfelder ist oft von Unkraut und wuchernden Pflanzen verstopft. Bei Regen werden die Kulturen überschwemmt. Weil es an einer Infrastruktur für das Trinkwasser fehlt, muss sich die Bevölkerung mit dem verschmutzten Wasser des Flusses begnügen. Im Fluss leben auch Krokodile. «Es ist jedoch die einzige Wasserquelle, die wir haben; man muss mehrere Kilometer gehen, um eine andere zu finden», sagt Paulette Rasoanivo.

Gemeinsame Ersparnisse

Die 49-Jährige ist eine der Verantwortlichen der Gruppe Fizai, die in Taratasy im Rahmen des Projekts Tsinjo Aina ins Leben gerufen wurde. Ziel: sich mit gemeinsamen Ersparnissen aus der Verschuldung befreien. Dank der Gruppe organisieren sich die Mitglieder und denken sich gemeinsam Lösungen für die Probleme aus. Im konkreten Fall versammelten die Mitglieder der Sparkassen die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes. Zusammen diskutierten sie über die Schaffung eines Komitees, das für den Unterhalt des Kanals zuständig ist und dessen regelmässige Säuberung sicherstellt. Schliesslich bildete sich eine Gruppe von rund 20 Personen. Paulin Célestin, ein weiteres Mitglied der Gruppe, kommentiert die Resultate: «Seit es die Gruppe gibt, sind die Hochwasserschäden viel geringer. Diese Initiative weckte zudem das Verantwortungsbewusstsein der Bauernfamilien. Es hat sich gezeigt, dass nur Einigkeit stark macht.»

Zugang zu Trinkwasser

Die Mitarbeitenden des Projekts haben den Frauen und Männern geholfen, Unterstützung zu finden, um Zugang zu Trinkwasser zu erhalten. Dank der Mobilisierung der Bewohnerinnen und Bewohner verfügt Taratasy heute über zwei Brunnen. Das Dorf hat auch ein solidarisches Sparsystem eingerichtet. Rasoanivo, deren Einkünfte durch Korbflechten kaum die Grundbedürfnisse decken, hat so ein Darlehen erhalten, das ihr ermöglicht, Produkte für den täglichen Bedarf zu verkaufen. Sie erzieltdamit ein Einkommen, das die Lebensqualität ihrer Familie mit vier Kindern entscheidend verbesser. (Fastenopfer)

Ökumenische Kampagne: Seit 50 Jahren engagieren sich Brot für alle, Fastenopfer und später auch Partner sein mit der Ökumenischen Kampagne für eine gerechtere Welt. So auch in der Jubiläumskampagne 2019, wo die Stärkung der Rechte der Frauen das zentrale Anliegen ist. „Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine gerechte Welt“ heisst deshalb der Slogan der Ökumenischen Kampagne 2019. Info: www. sehen-und-handeln.ch

 

 

29. März 2019
erstellt von ANGELUS
  • Pfarrblatt / Angelus