Illustration: Catherine Eigenmann

Sekt und Segen

Die Beziehung unter Gottes Segen stellen und zusammen auf die Liebe anstossen, darum geht es bei «herzwärts». Die Feier am Valentinstag um 18.30 in der Berner Marienkirche richtet sich an «mancherlei Liebende», an Paare aller Art.

Von Felix Klingenbeck

Es sind Paare, einfach Paare, die sich am Valentinstag jeweils zur Segensfeier einfinden. Frisch verliebte genauso wie schon lange verheiratete. Betagte genauso wie solche mit einem Kleinkind im Tragtuch. Paare unabhängig von Konfession und Religion, unabhängig von geschlechtlicher Ausrichtung. Sie alle kommen.

Valentin hier und da. Unzählige Angebote finden sich zum Valentinstag: Ein Valentinstrip nach New York, Wellness und Spa zum 14. Februar, ein spezieller Rosenstrauss, Schokoladegrüsse aus der Confiserie, ein gediegenes Dinner bis hin zum Grossverteiler, der «Fisch statt Rosen» propagiert.
Der Valentinstag ist ursprünglich der Namenstag des heiligen Valentin. Um diesen Valentin ranken sich zahlreiche Legenden und ebenso viele Bräuche und Traditionen. Im Laufe der Geschichte ist er zum Patron der Liebenden und der Reisenden geworden.

Herzklopfen. Herzwärts, die Segensfeier am Valentinstag, bietet Anlass, die Liebe zu feiern, zusammen über die eigene Beziehung nachzudenken und sich Mut und Kraft für den Alltag zusprechen zu lassen. Die diesjährige Feier steht unter dem Leitwort «Herzklopfen».
Herzklopfen vor dem erste Treffen, Herzklopfen vor einem schwierigen Konfliktgespräch, Herzklopfen angesichts von Zukunftsplänen. Die rund halbstündige Feier in der Kirche St. Marien in Bern wird von Seelsorgern und Seelsorgerinnen aus der Region Bern gestaltet (Angela Büchel Sladkovic, Peter Sladkovic, Monika und Felix Klingenbeck-Kost). Die Musik kommt von Tobias Gurtner (Piano und Gesang). Nach der Feier stehen Sekt und weitere Getränke bereit, um miteinander auf die Liebe anzustossen.

Nah am Leben dran. Die Segensfeier am Valentinstag ist eine von vier regionalen Segensfeiern der katholischen Kirche Region Bern. Ziel ist es, neben den traditionellen Ritualen an den Lebenswenden wie Taufe, Hochzeit, Firmung oder Beerdigung auch an anderen wichtigen Knotenpunkten des Lebens Akzente zu setzen.
So gibt es neben der Segensfeier am Valentinstag auch eine Segensfeier für Menschen, die von Trennung und Scheidung betroffen sind. «Weitergehen» ist sie betitelt. Mit «When I’m 64» hat sich eine weitere Segensfeier etabliert. Sie richtet sich an Menschen rund um die Pensionierung. Des Weiteren wird Ende November mit «lichtblick-blicklicht» eine Segensfeier für Angehörige von Verstorbenen durchgeführt.

 

Keine Mogelpackung

Erna Widmer war schon mehrmals mit ihrem Partner an der Segensfeier am Valentinstag. Sie erzählt von ihren Erfahrungen.

Wieso werden Sie am Valentinstag wieder in die Marienkirche kommen?

Mir gefällt die besinnliche Stimmung. Es ist eine gute Mischung aus sich selber besinnen, zusammen als Paar reden und gemeinsam mit andern feiern. Wir kannten fast niemanden, und doch geht man als eine Gemeinschaft hinaus, ohne grosse Worte, ohne viel voneinander zu wissen.

Braucht es denn am Valentinstag ein solches Angebot der Kirche?

Unbedingt. Es gibt am Valentinstag sehr viele kommerzielle Angebote. «herzwärts» ist kein solches. Das ist keine Mogelpackung, da geht es nicht ums Geld. Und doch ist es feierlich und besonders. Es ist einfach, was es ist, ohne irgendwelche Absichten.

«Herzwärts» ist von der katholischen Kirche organisiert, aber für alle offen. Geht das so?

Ich habe die Feiern als unkompliziert, natürlich und offen erlebt. Man muss nicht ein Ritual kennen, um sich zurechtzufinden. Selbst wenn mein Partner nicht zu einer Kirche gehörte, würden wir ohne Zögern gemeinsam hierherkommen.

Die Feier 2019 steht unter dem Motto «Herzklopfen».

Mein Herzklopfen ist anders als früher, als wir uns frisch kennengelernt hatten. Aber es gibt weitere solche Herzklopfmomente. Auch dann, wenn es etwas zu wagen gibt oder etwas Kritisches anzubringen ist. Das Herz klopft beim Gedanken, wie der andere wohl reagiert, wenn ich nicht mehr die Gleiche bin wie früher.

 

«herzwärts»:
Segensfeier für mancherlei Liebende.

Donnerstag, 14. Februar, 18.30–19.00. Kirche St. Marien, Wylerstrasse 26, Bern. Infos: www.herzwaerts-bern.ch  Details zu allen Segensfeiern: www.segensfeiern-bern.ch

 

Zum Dossier «Liebe»

5. Februar 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 4
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Veranstaltungen