Das Taizé-Kreuz. Croix de Taizé. Foto: wikimedia

Taizé-Basel: «Hört auf den Schrei der Erde!»

Gegen 20'000 Jugendlich aus 45 Länger kamen in Basel zum europäischen Jugendtreffen «Taizé-Basel» zusammen. Eingeladen hatte die Gemeinschaft von Taizé (Communauté de Taizé). Am Neujahrstag endete die Versammlung. Aufgerufen wurde zu mehr Solidarität und Umweltschutz.

Die Gemeinschaft von Taizé ist eine internationale, ökumenische Bruderschaft im französischen Ort Taizé, die seit dem 2. Weltkrieg für Versöhnung und Frieden eintritt und betet. In den 1940er Jahren ging es darum, die schreckliche Weltkriegserfahrung zu bewältigen, zu beenden. Es ging um die Versöhnung der Völker und der Kirchen. Das jedenfalls kann als Gründungsimpuls des Gründers der Gemeinschaft, den reformierten Schweizer Roger Schütz, bezeichnet werden. Als Frère Roger stand er dem Männerorden bis zu seiner Ermordung 2005 als Prior vor.

Man kann behaupten, dass von Taizé nunmehr seit 70 Jahren einzigartige Impulse für das ökumenische Zusammenleben ausgehen. Christliche Gemeinschaft, sehr viel Gebet, einfacher Lebensstil, und vor allem auch viel Gesang eigener Lieder – das sind prägende Elemente der Taizé-Gemeinschaft. Diese Elemente dominierten denn auch am Neujahrstreffen in Basel.

Am Neujahrstag ging das Treffen in Basel zu Ende. Am Silvesterabend rief der Prior der Taizé-Gemeinschaft, Alois Löser, zu mehr Solidarität und Umweltschutz aus. Er sprach sich beim gemeinsamen Gebet dafür aus, Grenzen zu überwinden und Europa zu stärken. Er verwies auf die aktuellen Herausforderungen aufgrund der weltweiten Flüchtlingsströme: «In ihrer Not brauchen diese Menschen Solidarität, und wie wir in Taizé gesehen haben, können sie unsere Freunde werden.» Ausserdem forderte Alois Löser einen rücksichtsvolleren Umgang mit der Natur. «Hört auf den Schrei der Erde. Angesichts von Umweltkatastrophen, insbesondere in den ärmsten Regionen, tragen die westlichen Länder eine historische Verantwortung.»

Im Namen aller Anwesenden appellierte der Geistliche an die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, mehr für Armutsbekämpfung und Umweltschutz zu tun. Die finanziellen Mittel für notwendige Veränderungen seien vorhanden.

Die Jugendlichen versammelten sich seit dem 27. Dezember zu Gebeten und Gesang im Basler Münster und in Messehallen. Die meisten Teilnehmer waren bei Gastfamilien in grenznahen Orten in der Schweiz, Frankreich und Deutschland untergebracht. Am Neujahrstag reisten sie zurück in ihre Heimatstädte. Papst Franziskus hatte den Teilnehmer*innen im Vorfeld ein Grusswort zukommen lassen. Darin ermutigte er sie zum ökumenischen Miteinander. Der Heilige Geist solle den jungen protestantischen, katholischen und orthodoxen Christen helfen, sich gegenseitig an der Vielfalt ihrer geistlichen Gaben zu erfreuen.

Das nächste Treffen soll Ende 2018 in Madrid stattfinden. Seit 1978 finden neben den dauerhaft im Dorf Taizé in Burgund angebotenen Begegnungen jährliche Grossveranstaltungen in europäischen Städten statt. Beim Treffen in Basel waren christliche Gemeinden in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland beteiligt.

Andreas Krummenacher

 

Links:

Perspektiven, Radio SRF2 Kultur, «Taizé in Basel - Auf den Wegen der Versöhnung», 25. Dezember 2017: Der Zürcher Universitätstheologe Ralph Kunz besucht regelmässig mit Studierenden die Taizé-Gemeinschaft. Im Gespräch erklärt er deren Theologie, Spiritualität, seine Erlebnisse. 

4. Beitrag, Rendez-vous am Mittag, Radio SRF1, 29. Dezember 2017: Stimmen aus der St. Jakobshalle vom Neujahrstreffen, Gespräch und Einordnung von Religionsredaktorin Judith Wipfler: 

Homepage zum europäischen Jugendtreffen «Taizé-Basel»: 

Homepage der Gemeinschaft von Taizé 

29. Dezember 2017
erstellt von «pfarrblatt»