Pfadi an der Welt-Pfadfinder-Versammlung (World Scout Moot) 2017 in Island –verbunden mit den Wundern der Natur. Foto: zVg

Verbunden ?!

Im Beitrag zum Pfadi-Schnuppertag in der «pfarrblatt»-Ausgabe Nr. 13 wurde die Verbundenheit zwischen allen PfadfinderInnen erwähnt. Doch wo ist dieser abstrakte Begriff im Pfadialltag zu finden und welche Effekte und Herausforderungen bringt er mit sich?

Der Ursprung der Pfadibewegung geht auf Lord Baden-Powell zurück, der 1907 auf Brownsea Island an der südenglischen Küste das erste Pfadilager durchführte. Baden-Powell, der eine militärische Laufbahn bis zum Generalleutnant durchlief, sagte: «Am Schluss meiner militärischen Laufbahn machte ich mich daran, die Kriegskunst, welche die Männer lehrt zu gewinnen, umzuwandeln in die Kunst, junge Menschen zu lehren, den Frieden zu gewinnen. Pfadfindertum hat nichts gemein mit militärischen Grundsätzen.»

Durch unseren Gründer und dem Streben nach Frieden ist also eine stark verbindende Basis vorhanden. Hingegen ist die Bindung zum Militär schwach und hat über die Zeit weiter abgenommen. Heute beschränkt sie sich auf die berufliche Karriere Baden-Powells. Die Verbundenheit in der Pfadi hat viel mit ihrer Geschichte zu tun. Während die weltweite Verbundenheit auf die Pfadigründung zurückgeht, bestehen weitere Verbindungen in kleineren Massstäben. So sind die vier katholischen Pfadiabteilungen des Kantons Bern im Corps Windrösli miteinander verbunden, während der Verband Katholischer Pfadi (VKP) die Verbindung zu den rund 100 weiteren katholischen Pfadis der Schweiz herstellt.

Und trotzdem stellt diese Verbindung keine Abgrenzung gegenüber anderen Konfessionen dar, jedem Kind steht das Corps Windrösli (und jedes andere Mitglied des VKP) offen. Und über die Pfadi Kanton Bern ist das Windrösli schliesslich auch mit den anderen 45 Abteilungen des Kantons verbunden. Diese Verbindungen im administrativen Bereich spiegeln sich in Verbindungen in der menschlichen Dimension wieder. Die Verbundenheit zeigt sich zum Beispiel bei Anlässen des Altpfadervereins Windrösli, zu denen die aktiven Leiter eingeladen werden. Trotz Altersunterschieden von mehreren Jahrzehnten sind die Anwesenden sofort im Gespräch, gemeinsam wird in der Aare geschwommen und grilliert (im Sommer) oder Fondue in möglichst spektakulärer Kulisse genossen (im Winter).

Auf globaler Ebene knüpften Ende Juli, Anfang August fünf Windröslileiter neue Kontakte an der 15. Welt-Pfadfinder-Versammlung in Island. Das Motto des Treffens lautete «Change». Aus diesem Lager, in dem rund 5000 PfadileiterInnen aus fast 100 Ländern zusammenkamen, kehrten inspirierte und begeisterte junge Menschen zurück. Am traditionellen Windrösli-Weekend, das im September stattfand, war die Teilnehmerzahl fast 100 Mal kleiner als am Moot. Doch auch in diesem bescheideneren Rahmen konnten die Wölfli, Pfadis und Leitenden der Windrösli-Abteilungen sich austauschen und ein spannendes Wochenende erleben. Doch so wunderbar all diese Verbindungen auch sind, ist es als Pfadi doch wichtig, nicht nur zu geniessen, was man an dieser Bewegung hat, sondern all das Positive auch ausserhalb der Pfadi zu leben. Dazu schrieb Baden-Powell in seinem letzten Brief an die Pfadfinder: «Doch den wahren Weg, Glück zu erlangen, findet ihr darin, dass ihr andere glücklich macht. Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.»

Fox / Luca Kessler
Sekretär Scout Windrösli

www.windroesli.ch

 

 

 

4. Oktober 2017
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