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Indonesien besteht aus 17 000 Inseln. Foto: Kebumen, Indonesia; dikaseva/unsplash

Von der Gerechtigkeit

«Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen.» Dieser Satz aus dem 5. Buch Mose ist das Motto der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen.

Der päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen schreibt: «Jedes Jahr versammeln sich Christinnen und Christen weltweit zum Gebet um wachsende Einheit. Wir tun dies in einer Welt, in der Korruption, Habgier und Ungerechtigkeit zu Ungleichheit und Spaltung führen. Wir beten einmütig in einer vielfach gebrochenen Welt, und dieses Gebet ist machtvoll. Allerdings machen wir uns als einzelne Gläubige und als Gemeinschaften oft mitschuldig an Ungerechtigkeit. Und doch sind wir gerufen, einmütig für die Gerechtigkeit Zeugnis abzulegen und Instrument der heilenden Gnade Christi für die gebrochene Welt zu sein.» Jedes Jahr wird die Gebetswoche von Menschen aus einem bestimmten Land vorbereitet.

Fokus Indonesien

In diesem Jahr taten das Gläubige aus Indonesien. Von den 265 Millionen Menschen dort werden 86 Prozent dem Islam zugerechnet, das Land hat damit die zahlenmässig grösste muslimische Bevölkerung weltweit. Etwa zehn Prozent der indonesischen Bevölkerung sind Christen, die verschiedenen Konfessionen angehören. Indonesien ist der grösste Staat Südostasiens. Im Land wohnen Hunderte ethnische Gruppen, es werden über 700 Regionalsprachen gesprochen.

Der Staat ruht auf dem Fundament von fünf Prinzipien: Glaube an den einen und einzigen Gott; eine gerechte und kultivierte Mitmenschlichkeit; die Einheit Indonesiens; eine Demokratie auf der Grundlage der Weisheit, die aus dem durch Beratungen der Parlamentsmitglieder erzielten Konsens erwächst, und schliesslich: soziale Gerechtigkeit für alle Indonesier. Die Einheit in Vielfalt wird grossgeschrieben.

Diese von jeher fragile Harmonie ist heute auf neue Weise bedroht. Das Wachstum der indonesischen Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten beruht hauptsächlich auf einem vom Wettbewerb bestimmten System. Es gibt Korruption in vielen Formen. Sie vergiftet Politik und Wirtschaft, und das hat oft katastrophale Folgen für die Umwelt. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird grösser, und in diesem rohstoffreichen Land leben viele Menschen in Armut.

Gleichzeitig wird bestimmten ethnischen und religiösen Gruppen oft besonderer Wohlstand zugeschrieben, was die Spannungen verschärft. Die Tendenz zur Radikalisierung, die eine Gruppe gegen die andere aufbringt, wächst.

Gemeinsam gegen Ungerechtigkeit

Der päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen schreibt: «In diesem Umfeld werden sich die christlichen Kirchen aufs Neue ihrer Einheit bewusst, wenn sie sich zusammen für gemeinsame Anliegen und eine gemeinsame Reaktion auf ungerechte Verhältnisse engagieren.

Gleichzeitig müssen wir als Christen angesichts dieser Ungerechtigkeiten prüfen, inwiefern wir selbst mitschuldig werden. Nur wenn wir auf Jesu Gebet ‹Alle sollen eins sein› hören, können wir bezeugen, dass Einheit in Vielfalt möglich ist. Unsere Einheit in Christus ist es, durch die wir in die Lage versetzt werden, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen und ihren Opfern zur Seite zu stehen.» Und weiter: «Die Kirche Christi ist berufen, Vorgeschmack auf dieses Himmelreich zu sein, aber wegen unserer Uneinigkeit werden wir diesem Auftrag nicht gerecht. Es gelingt uns nicht, Zeichen der Liebe Gottes zu seinem Volk zu sein.

So wie Ungerechtigkeit die Spaltungen in der indonesischen Gesellschaft vertieft, so hat Ungerechtigkeit auch die Spaltungen in der Kirche verschärft. Wir bereuen die Ungerechtigkeit, die Spaltung verursacht, aber als Christen glauben wir auch an die Macht Christi, uns zu vergeben und zu heilen.»

Andreas Krummenacher

 


ÖKUMENISCHE GOTTESDIENSTE UND ANDACHTEN

Am Sonntag,13. Januar gibt es einen Gottesdienst zur Woche der Einheit der Christen in der reformierten Kirche Bremgarten.

Am 19. Januar, 17.00, gibt es eine Wortgottesfeier mit ökumenischer Beteiligung zur Einheitswoche in der katholischen Kirche St. Maria in Biel.

Am 20. Januar gibt es an folgenden Orten ökumenische Gottesdienste zur Woche der Einheit der Christen, jeweils um 10.00: In der katholischen Kirche St. Michael Wabern, in der reformierten Kirche Zollikofen, in der reformierten Kirche Bümpliz, in der reformierten Stadtkirche Biel und in der katholischen Kirche Guthirt Meiringen. Ebenfalls am 20. Januar veranstalten die reformierte Kirchgemeinde Muri-Gümligen und die katholische Pfarrei Bruder Klaus Bern einen ökumenischen Gottesdienst zur Einheitswoche, um 11.00 in der Kirche Bruder Klaus in Bern.

Am 27. Januar, 10.00, findet in der reformierten Kirche Worb ein ökumenischer Gottesdienst zur Einheitswoche statt.

Ökumenische Andachten zur Woche für die Einheit der Christen, organisiert von der Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft Spiez, gibt es am 17. Januar, 19.00, in der reformierte Kirche Spiez; am 22. Januar, 19.00, in der katholische Kirche Spiez und am 24. Januar, ebenfalls um 19.00, im Evangelischen Gemeinschaftswerk Spiez (EGW).

 

Die Webseite der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) mit einer Übersicht zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

Den vollständigen Text des Rates zur Förderung der Einheit der Christen zum Weltgebetstag gibt es
hier online

 

 

9. Januar 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 2
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