Nächstenliebe! Suppe kochen am Fest «Unserer Lieben Frau der Engel» in Lima, Peru. Foto: REUTERS/Mariana Bazo

Von Engeln und lieben Frauen

Auf dem Foto sieht man Freiwillige im Kloster Los Descalzos in Lima, Peru, beim Kochen der Porciuncula-Suppe. Immer am 2. August wird diese Suppe von den Franziskanern des Klosters an die Menschen kostenlos ausgegeben. Gefeiert wird das Portiuncula- oder eben Porciuncula-Fest. Dieses geht zurück auf die Kapelle Santa Maria degli Angeli, etwas ausserhalb von Assisi im weit entfernten Italien gelegen.

Hier nahm der Franziskanerorden seinen Anfang und hier verstarb dessen spiritueller Lehrer, der Heilige Franzsikus von Assisi im Jahr 1226. Die Kapelle ist heute im Inneren der Basilika Santa Maria degli Angeli. Das Fest der Franziskaner ist also das Patrozinium «Unserer Lieben Frau der Engeln».

Übrigens: Die US-amerikanische Stadt Los Angeles ist indirekt nach dieser Kapelle benannt, respektive nach dessen Patronin. Der damalige spanische Gouverneur gründete die Stadt 1781 offiziell als «El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de Los Ángeles del Río de Porciúncula» (spanisch «Das Dorf Unserer Frau, der Königin der Engel von Porciuncula»). Los Angeles ist also bloss noch die Verkürzung auf «die Engel». Nicht nur das Dorf mutet aus heutiger Sicht im Zusammenhang mit der Millionenmetropole Los Angeles leicht ironisch an, auch die Übersetzung des lateinischen Porciuncula. Diese lautet nämlich «kleiner Flecken Land».

In Lima, und damit findet dieser kurze Exkurs sein Ende, ist jetzt Winter. Das mag überraschen, liegt die Stadt doch in den Tropen. Die Durchschnittstemperatur im kältesten Monat August beträgt aber tatsächlich nur etwas über 15 Grad Celsius. Das rechtfertigt durchaus eine warme, nahrhafte Suppe.

Andreas Krummenacher

3. August 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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