Ein Zahnarztbesuch kann manches Budget sprengen. Foto: fotolia

Was nun, wie weiter?

Der Solidaritätsfond für Mutter und Kind («SOFO») unterstützt Mütter und ihre Kinder in Notlagen. Trotz staatlichem Sozialsystem ist das offenbar nötiger denn je. Mancherorts wird für das Sozialwerk im Januar die Kollekte eingezogen.

Obwohl das soziale Netz der Schweiz gut ausgebaut ist, weist es im Bereich Mutterschaft grosse Lücken auf. Die Statistik zeigt, dass die Armut Alleinerziehender und Familien trotz Mutterschaftsversicherung ein echtes Problem darstellt.
Einer schwangeren jungen Frau in der Lehre fehlt beispielsweise das Geld für die erste Babyausstattung oder eine alleinerziehende Mutter muss den Wohnort wechseln, um ihre berufliche Tätigkeit und ihr Muttersein besser unter einen Hut zu bringen. Beide Beispiele berechtigen nirgends zu finanzieller Hilfe.

Derartige Notlagen kennen Beratungsstellen, Sozialämter und Sozialdienste zur Genüge. Dort, wo eine Überbrückungshilfe sinnvoll ist, können sie an eine der drei Anlaufstellen in Luzern, Neuchâtel oder Bellinzona des Solidaritätsfonds für Mutter und Kind ein entsprechendes Gesuch stellen. Die betroffene Frau kann das Gesuch auch selber stellen; in diesem Fall muss der Antrag über die Notsituation durch den Sozialdienst, einen Pfarrer oder eine Ärztin bestätigt werden.

Eine kompetente Expertinnenkommission prüft jedes Gesuch und entscheidet über die Höhe der Beiträge. Die Beurteilung der Gesuche geschieht unabhängig von Konfession, Zivilstand oder Staatszugehörigkeit der betroffenen Frau. In der Regel werden einmalige Beiträge als Überbrückungshilfe geleistet. In den meisten Fällen handelt es sich um Beiträge an Kosten rund um die Geburt, Säuglingsausstattungen, Kosten einer Familienhilfe oder zur Betreuung des Kindes während der Ausbildungszeit der Mutter. Zahnarztkosten, Kosten für Erholungsaufenthalte.

Wer und was ist der «SOFO»?
Seit 1976, als Antwort auf die erste Abstimmung zur Fristenlösung, wurde der Solidaritätsfonds für Mutter und Kind gegründet. Es ist ein Sozialwerk des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF), das gesamtschweizerisch Hilfe anbietet und das Gütesiegel der «ZEWO», für geprüfte und ver- trauenswürdige Organisationen trägt.
Der «SOFO» leistet keine Beratungshilfe, sondern stellt auf Gesuche von öffentlichen Ämtern finanzielle Unterstützung bereit. Das Werk selber wird über Spenden finanziert, zum grossen Teil über die jährliche Kirchenkollekte im Januar; dazu kommen Spenden, Legate und Zuwendungen von Gönnerinnen und Gönnern, Frauenvereinen, Klöstern, Kirchgemeinden und andern Gruppierungen.

Es ist auf engagierte Personen in Pfarreien und Ortsvereinen angewiesen, damit es mit mehr als 600 pro Jahr bewilligten Gesuchen tatkräftige Hilfe für Mütter und Kinder ermöglichen kann. Viele Frauen und Männer haben in den letzten Jahren mit viel Phantasie und Initiative Geld für dieses wichtige Werk gesammelt. Ihnen und allen, die sich für den SOFO engagieren und Spenden überwiesen haben, sagen wir ganz herzlichen Dank.

Rosmarie Itel, Kantonalvorstand Katholischer Frauenbund Bern.

Spenden: Solidaritätsfonds für Mutter und Kind, Postfach 7854, 6000 Luzern, Spendenkonto: PC 60-6287-7

Frauenbund Bern

10. Januar 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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