Wie sind wir für andere Resonanz? Foto: xibalba / photocase.de

«Wir sind Resonanzkörper»

Resonanzkörper sind für uns doch eher etwas Dingliches. Wir kennen den Klangkörper der Violine: feines Nadelholz wird kunstvoll zugerichtet, dass die Schwingung der Saiten eine vielfache Verstärkung des Klanges durch einen Corpus aus Holz erfährt. Ebenso ergibt sich bei einem Klavier ein schöner Klang, wenn man die Tasten anschlägt, die dann die Saiten anreissen und eine Fichtenholzplatte in Schwingung gerät.

Aber: wie sind wir Resonanzkörper? Sicher, wenn man an unseren Mund, Nase und Rachenraum sowie den Brustkorb denkt, in denen unsere Stimme Resonanz findet und sich ausbreitet. Aber in einem übertragenen Sinn sind wir auch Resonanzkörper für die uns umgebende Welt. Wir geraten in Schwingung bei einem besonders schönen Sonnenuntergang, wir atmen schneller, wenn wir einem erstrebten Ziel näher kommen. Wir erleben auch Resonanz in uns, wenn uns ein anderer ein Lob zuspricht oder uns sein Herz öffnet.

Es macht neugierig zu erfahren, wie verschieden wir auf unsere Umwelt reagieren können. Probieren wir es aus, welche Resonanz wir beispielsweise für die Erzählung eines Menschen bilden, der nicht nur auf ein «oh, interessant» aus ist!

Isabella Skuljan, kath. Seelsorgerin am Inselspital Bern

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29. Januar 2018
erstellt von «pfarrblatt»