Die neue Besitzerin der Heiligkreuzkirche in Bern-Tiefenau ist die rumänisch-orthodoxe Pfarrgemeinde de Hl. Georg. Foto: Pia Neuenschwander

Einweihung durch die beiden Metropoliten Laurentiu Streza (links) aus Sibiu und Joseph Pop aus Paris. Die Berner Pfarrgemeinde St. Georg gehört zu seinem Zuständigkeitsbereich. Foto: Pia Neuenschwander

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Ikonen als Vergegenwärtigung christlicher Wahrheiten. Foto: Pia Neuenschwander

Zum Wohl und Segen aller

Die rumänisch-orthodoxe Pfarrgemeinde St. Georg Bern hat am 21. April die ehemalige katholische Kirche Heiligkreuz mit einem feierlichen Einweihungsfest definitiv übernommen und orthodox umgewidmet. Es war viel orthodoxe Prominenz in der Tiefenau.


Der Gedenktag des Heiligen Georg ist am 23. April. Dieser tötete einen furchteinflössenden Drachen und rettete damit die jungfräuliche Königstochter vor dem Tod. Soweit die Legende. Die rumänisch-orthodoxe Kirchgemeinde Bern hat sich nach dem Drachentöter benannt. Sie heisst im Zusatz St. Georg.

Gründer und Priester dieser Kirche ist Laurentiu Precup. Er war es denn auch, der den Einweihungsgottesdienst am Samstag geleitet hat, zusammen mit dem Metropoliten Laurentiu Streza aus Ardeal (Siebenbürgen) und Joseph Pop aus Paris. Mit diesem Gottesdienst wurde nun aus der katholischen Kirche Heiligkreuz definitiv eine rumänisch-orthodoxe Kirche.

Es war eine faszinierende Liturgie, christlich und der Katholischen verwandt und doch so komplett anders. Eine grosse Zahl Geistlicher und die zwei Metropoliten umrundeten das Kirchenschiff dreimal, sie schwenkten dabei Weihrauchgefässe. Damit war die Kirche eingeweiht.

Im Gespräch mit dem «pfarrblatt» äusserte Priester Laurentiu Precup schon vergangenen August seine grosse Freude darüber, dass sie mit der Kirche Heiligkreuz endlich ein eigenes Gotteshaus erhalten würden. Dann sei es vorbei mit den ewigen Provisorien, den langen Abklärungen und Planungen. Dann könnten sie spontan sein und im entsprechenden Rahmen ihre Gottesdienste abhalten. Die Gemeinschaft traf sich bislang in der katholischen Elisabethenkapelle auf dem Areal des Inselspitals.

Für 900 000 Franken wechselt die Heiligkreuzkirche den Besitzer – ein äusserst günstiger Preis. Geschätzt wird der Wert auf mehrere Millionen Franken. Die Räumlichkeiten aber sind denkmalgeschützt und damit auf dem freien Immobilienmarkt schwer verkäuflich. Die katholische Gesamtkirchgemeinde Bern ist aber dankbar, dass mit den Orthodoxen weiterhin eine religiöse Gemeinschaft das Gebäude nutzt. Der Verkaufspreis wird hier darum auch als Unterstützung angesehen.

Ein Gottesdienst der orthodoxen Gemeinde wird jeweils von rund 70 bis 90 Gläubigen besucht und dauert etwa drei Stunden, gefolgt von einer kleinen gemeinsamen Mahlzeit. In der Kirche fallen sofort die Ikonen auf, die heiligmässigen Gemälde, die so typisch sind für die orthodoxe Konfession. Auch der Chor und der Kantor mit den byzantinischen Gesängen sind eindrücklich, gibt es doch bei den Orthodoxen keine Orgeln.

Die rumänisch-orthodoxe Kirche in der Schweiz umfasst heute 13 Gemeinden. Bern existiert seit 2004 als fünfte nach Genf, Lausanne, Zürich und Lugano. In Neuchâtel ist ebenfalls der Bau einer Kirche in Planung, doch für Bern ist ein ambitiöseres Projekt vorgesehen: Hier soll das schweizweit erste Zentrum entstehen. Über religiöse Aktivitäten hinaus sollen Menschen in sozialen Notlagen hier einen Ort für Beratung und Unterstützung erhalten.

Das Einzugsgebiet der rumänisch-orthodoxen Kirche in Bern reicht von Moutier bis Interlaken und von Biel bis Aarau. Die Zahl der Mitglieder liegt mit heute 200 Familien noch auf tiefem Niveau. Precup setzt langfristig auf Wachstum. Die Ökumene ist ihm wichtig und auch, dass die Heiligkreuzkirche weiterhin für alle offen sei, man könne jederzeit vorbeikommen und ein Gebet sprechen.

Der Heilige Georg hat am Schluss in einem grossen Kampf das Böse grundsätzlich besiegt und vertrieben. Die Bestie ist tot. Zum Wohl und Segen aller. Ein gutes Omen also für die rumänisch-orthodoxe Gemeinde St. Georg.

Andreas Krummenacher

 

Anmerkung
Das ist der letzte Teil der Geschichte zur Verwandlung der Kirche Heiligkreuz in der Tiefenau. Vorausgegangen waren der Umzug der Pfarrei Heiligkreuz nach Bremgarten, der Wegzug der kroatischsprachigen Mission nach Bethlehem, die Entwidmung der Kirche, letzte Gottesdienste. Das ganze Dossier finden Sie HIER.

 

 

 

23. April 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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