200 Jahre Don Bosco - Nach wie vor gefragt!

Die Salesianer Don Boscos (SDB) gehen in diesem Jahr auf ein Jubiläum zu. Am 16. August 2015 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag Don Boscos. Viele, die diesem begnadeten und sympathischen Menschen begegnet sind, haben durch sein Dasein und Wirken immer wieder auch einen Neuanfang in ihrem Leben entdecken können.

Giovanni Bosco, der in ärmlichsten Verhältnissen in Becchi, in der Nähe Turins, geboren wurde, traf auf viele notleidende Kinder und Jugendliche seiner Zeit, die sich nach einer besseren Zukunft sehnten, jedoch sich selbst überlassen waren und nicht selten auf der Strasse landeten. Seine ersten prägenden Erfahrungen waren Besuche in Gefängnissen Turins, wo straffällig gewordene Jugendliche eine harte Strafe, im schlimmsten Fall sogar das Todesurteil, erwartete. Als der junge Priester Giovanni Bosco solch jungen Menschen begegnete, war er zutiefst betroffen. Klar war für ihn: Für viele ist es jetzt zu spät, etwas rückgängig zu machen. Ich muss vorher solches Unheil abwenden, Jugendlichen aufzeigen, dass es auch in scheinbar ausweglosen Situationen immer noch eine Chance gibt, sein Leben in die Hand zu nehmen und zum Positiven zu wenden.

Don Boscos Wunsch
Giovanni Bosco wusste, was Menschen zu jeder Zeit suchen: Vertrauen, Liebe, Gemeinschaft, Halt im Leben, Orientierung und Freude. Er konnte in die Herzen derjenigen schauen, die ihm begegneten und erahnen, wonach sie sich letztlich sehnten. Don Bosco nahm den ganzen Menschen wahr und ernst. Mit der Aussage «Nur eines möchte ich: dass ihr glücklich seid!» fasst er sein Grundanliegen zusammen. Jeder braucht gute Menschen, verlässliche Freunde, gerade dann, wenn das Leben zu zerbrechen droht oder tatsächlich in Brüche geht! Wie wertvoll sind Menschen, die einen dann auffangen, wenn alle einen verlassen haben. Giovanni Bosco versuchte, solchen jungen Menschen tatkräftig zu helfen und baute in seinem Leben und Wirken ganz auf Gott und Maria, die «Helferin der Christen». Mit dem Herzen war Bosco stets im Himmel, mit den Füssen stand er aber fest auf dem Boden dieser unserer Welt.

Drei Pfeiler
Was fasziniert Menschen auch heute noch an Don Bosco? Ist es sein ganzheitlicher Ansatz, mit dem er den Menschen begegnet und antwortet? Drei Pfeiler tragen sein Lebenskonzept: Vernunft, Liebe und Religion. Ist es die Einsicht, von einem falschen Weg eine neue Richtung einzuschlagen, wenn es angebracht ist? Ist es seine Liebenswürdigkeit, die ihm einen leichten Zugang zu Menschen, ob gross, ob klein, verschaffte? Ist es sein unglaublicher Optimismus aus dem unerschütterlichen Glauben an einen allgütigen Gott, der ihm auch dann nicht abhanden kam, wenn er grosse Enttäuschungen, Niederlagen, Angriffe, Unglück oder Ablehnung erfahren hat? – Auch heute gibt es mehr als genug junge Menschen am Rande, Verlassene, Gescheiterte, Zukurzgekommene, die unser Leben kreuzen.

Don Bosco hilft weltweit
Als Schüler im Don Bosco in Beromünster habe ich schätzen gelernt, wie Menschen im Geist von Giovanni Bosco gearbeitet haben. 1972 hatte ich die Chance, mit einer Gruppe Jugendlicher mit dem Velo in die Heimat Don Boscos zu fahren. Dort gingen mir die Augen weit auf: Ich konnte nur staunen, wie dieser Giovanni sich von klein auf durchs Leben gekämpft hat. Immer baute er aber auf die Hilfe Gottes und gab auch in grossen Schwierigkeiten nie auf, wenn es darum ging, sich für das Gute einzusetzen und sich für die Schwächsten zu engagieren. Für mich waren diese «Turin-Erfahrungen» Anlass, dass ich selber Salesianer Don Boscos geworden bin. Ich kann heute nicht weniger staunen, wie das Werk Don Boscos sich von Anfang an verbreitet hat und immer weiter verbreitet: In über 130 Ländern wirken heute über 15 400 Salesianer und mehr als 300 000 Mitarbeitende in über 1900 Niederlassungen in seinem Geist – v.a. bei Ärmsten, Verlassensten. Don Bosco ermutigt auch heute: In jedem steckt ein guter Kern – diesen gilt es zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen. In Beromünster gaben die Salesianer über 50 Jahre hinweg Studierenden eine Heimat. Heute steht das weltweite Engagement im Vordergrund. Die Don-Bosco-Jugendhilfe Weltweit (www.donbosco.ch) unterstützt Projekte der SDB in aller Welt, damit junge Menschen, die ausgegrenzt in benachteiligten Situationen leben, ihr Leben selber in die Hand nehmen und durch Bildung ihre Zukunft nachhaltig gestalten können, damit ihr Leben gelingt.

P. Josef Knupp SDB, Direktor Salesianer Don Boscos Beromünster

Wallfahrt auf den Spuren des heiligen Don Bosco


14. bis 17. Mai (Auffahrtswoche):

1. Tag: Hinfahrt mit dem Car über Annecy, Besichtigung der Basilika des Hl. Franz von Sales. Weiterfahrt nach Turin Avigliana, drei Nächte Aufenthalt.

2. Tag: Fahrt zum Colle Don Bosco, dem Ort, an dem Don Bosco seine Kinder- und Jugendjahre verbracht hat. Weiterfahrt über San Giovanni di Riva, dem Geburtsort des Hl. Dominikus Savio, Musterschüler Don Boscos, nach Chieri. Hier verbrachte Don Bosco seine Gymnasial- und Priesterseminar- Zeit. Rückfahrt nach Avigliana via Turin- Superga, mit atemberaubendem Blick auf Turin.

3. Tag: Turin Valdocco, Don-Bosco-Werk für die Jugend. Besichtigung von Maria-Hilf-Basilika, Don Bosco-Museum, Pinardikapelle. Nach dem Mittagessen Zeit zur freien Verfügung, Möglichkeit zur Besichtigung des Turiner Grabtuchs. Rückfahrt nach Avigliana.

4. Tag: Rückfahrt in die Schweiz via Grosser St. Bernhard zu den jeweiligen Einsteigeorten. Geistliche Begleitung und Reiseleitung: P. Thomas Kemmler SDB. Jeden Tag feiern wir die hl. Messe. Preis Basis DZ/VP ohne Mittagessen am 1. Tag pro Person Fr. 690.–, Einzelzimmerzuschlag Fr. 30.–.

Informationen und Anmeldung (bis 1. März): Heinrich Kemmler, Erliweg 11, 3312 Fraubrunnen, Telefon 031 767 77 17; E-Mail: suhei.kemmler(at)bluewin.ch

14. Januar 2015