Plan für die Zukunft. Der Kleine und der Grosse Kirchenrat der römisch-kath. Kirche der Region Bern an der Sitzung vom 25. April.

Abfallberge verhindern, statt Kondome verteufeln

15 Prozent der Kirchensteuereinnahmen der römisch-katholischen Kirche der Region Bern werden dauerhaft für soziale Hilfe verwendet. Mit einem konsequenten Durchgreifen in Sachen Ökologie wird Schöpfungsverantwortung ausgebaut. All das zeigt: der Grosse Kirchenrat stellt sich seiner Zukunftsverantwortung. Erfreulich.

An seiner Sitzung vom 25. April erklärte der Rat ein Postulat von Franz-Xaver Stadelmann (St. Josef Köniz) für erheblich. Dieses fordert ein verbindliches ökologisches Handeln. Christian Kissling, Präsident der Geschäftsprüfungskommission, brachte die Dringlichkeit des Anliegens auf den Punkt: «Wenn die Kirche die Verteilung von Kondomen kritisiert, aber Abfallberge toleriert, dann stimmt etwas nicht». Neben einem Leitbild soll künftig ein wiederkehrender Nachhaltigkeitsbericht die Kontinuität der Umsetzungen sichern. Bauliche Massnahmen, umweltbewussten Umgang mit Ressourcen – selbst die Bewirtschaftung der Geldanlagen, beispielsweise der Pensionskassengelder – sollen überprüft und angepasst werden.

Schon beschlossen, aber in der detaillierten Umsetzung zur Kenntnis gebracht, wurde das bereits genehmigte Postulat von Dominique Reymond (Dreifaltigkeit Bern), das den Ausbau der Sozialhilfe verlangte. Sie ist auf 15 Prozent der Steuereinnahmen und des Ertrags aus Liegenschaften dauerhaft erhöht. Über drei Töpfe werden die Mittel verteilt. Topf eins: Hilfskasse für Menschen in Not. Topf zwei: indirekte Hilfe über Institutionen wie Caritas Bern, Frauenhaus, Kulturort Heitere Fahne. Heitere Fahne arbeitet mit Behinderten und Migranten. Topf drei: Projekte und Partizipation. Hier soll die Vernetzung der Kirche im sozialen Bereich nach Innen und Aussen verbessert und gefördert werden.

Ab sofort stehen 750'000 Franken mehr zur Verfügung. Damit unterstützt der Grosse Kirchenrat insgesamt mit jährlich etwas über 2 Millionen Franken soziale Institutionen und Entwicklungsprojekte in Krisenregionen der Welt. Gerda Hauck, die Sozialministerin des Kleinen Kirchenrates, bestätigte auf Nachfrage aus dem Rat: «Der erste Topf zeigt bereits Wirkung, die Mittel werden gebraucht.» Die Gelder der Hilfskasse für Menschen in Not werden via die kirchlichen Sozialdienste zugesprochen. Diese sind im direkten Kontakt mit den Menschen, sie sind am Puls der Probleme.

Jürg Meienberg

 

 

26. April 2018
erstellt von «pfarrblatt» online
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