Der Enthusiasmus und die positive Energie, mit der über 25000 Kinder und Jugendliche in der ganzen Schweiz unzählige gemeinnützige Projekte verwirklichen, sind der Motor der Aktion 72 Stundenen. Foto: www.72h.ch

Aktion 72h

Am 10. September fiel der Startschuss zur Aktion 72 Stunden, dem laut den Organisatoren grössten Freiwilligenprojekt der Schweiz. Wie diese in Bern bekannt gaben, werden dann mehr als 25000 Kinder und Jugendliche gemeinnützige Projekte realisieren.


«Wir wollen den freiwillig engagierten Jugendlichen ein Gesicht geben », sagte Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), bei der Vorstellung der Aktion 72 Stunden. Denn Freiwilligenarbeit, gerade auch von Jugendlichen, sei eine massgebliche Stütze für das Funktionieren der Gsellschaft, hob Tschöpe hervor. Der SAJV-Geschäftsführer nimmt aber wahr, dass in der Öffentlichkeit und nicht zuletzt auch in der Politik nicht das Bild von solch engagierten Jugendlichen vorherrsche, wie er sie aus den Mitglieder-Organisationen der SAJV kenne. Dort werde vielmehr «lamentiert, die Jugend sei langweilig und spiessig». Zudem werde das Nachtleben Jugendlicher in der Politik viel zu stark in den Vordergrund gerückt, so Tschöpe. Dem will die SAJV mit der Aktion 72 Stunden ein anderes Bild von Jugend und jugendlichem Engagement entgegenhalten.

Das unterstrich denn auch Manuel Meyer, ein Pfadileiter aus der Stadt Bern: «Freiwillig geleistete selbstlose Arbeit verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Generationen und ist daher unglaublich wertvoll für alle Gemeinschaften. Sie zeigt, dass nicht Geld den Zusammenhalt unserer Gesellschaft darstellt, sondern dass wir alle etwas für eine sozialere Alternative unternehmen wollen und dies auch tun.» André Winkler vom Sekretariat Scout Windrösli sagt zur Aktion: «Sich für die Gemeinschaft einsetzen und etwas erreichen – genau das ist das Ziel der ‹Aktion 72 Stunden›. Aus meiner Sicht eine ganz tolle Sache! Die Teilnehmenden erfahren dabei, welch grossartige Projekte in nur 72 Stunden realisiert werden können, wenn man zusammen anpackt und gemeinsamein Ziel verfolgt. Und dabei kann man erst noch der Gesellschaft etwas zurückgeben. Für die Jugendlichen sicherlich eine super Erfahrung.»

Auch die Pfadiabteilung «Frisco» aus Zollikofen machte an der Aktion 72 Stunden mit: «Dieses Jahr ging es mit dem Schlauchboot auf die Aare. Aber sie machten diese Bootsfahrt nicht für sich selbst, sondern wollten sie denjenigen ermöglichen, die noch kaum je die Möglichkeit dazu hatten: körperlich und geistig Behinderten. Ein tolles Erlebnis.»

Quellen: com/kath.ch
Jürg Meienberg

16. September 2015