Alles Käse oder was?

Am diesjährigen Pfingstwochenende verbrachten die Berner Scharen von Jungwacht Blauring ein gemeinsames Haus- und Zeltlager in Jaun. Sie werden feststellen, im Mittelpunkt stand die Herstellung von Käse.


Die Teilnehmenden und Leitenden des katholischen Kinder- und Jugendverbandes lachten, spielten, tauschten sich aus und konnten viele gute Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Am Samstag, 23. Mai, fuhren die ersten «Käserinnen und Käser» im Bahnhof Bern mit dem Zug der BLS (Bernischer Landwirte- und Sennenexpress) ab und los ging die Reise. Von da an stiegen immer weitere Sennen und MilchtechnologInnen in den Zug, alles Mitglieder der 12 kantonalen Milchverarbeitungsstellen. Zwischenziel war Boltigen, und schliesslich war jeder Platz besetzt.
Im Simmental angekommen, ging es für die gut 150 kleineren und grösseren Jublaner aus dem ganzen Kanton in mehreren Gruppen weiter auf den Jaunpass. Dabei galt es den Kuhherden der Alpaufzüge zuvorzukommen, war doch das Schritttempo erst für die darauf folgende Wanderung zu unserer Käserhütte vorgesehen und nicht schon für die Fahrt in den Transportbussen hinauf zum Pass. Als die Anreise schliesslich geschafft war, gab es dann die verdiente Stärkung, ein beliebig grosses Stücklein von dem riesigen Käselaib. Natürlich begegnete uns dieser Geschmack des frischen Gruyères auf unserer Zunge nicht zumletzten Mal an diesem Tag, mussten beim Eintreten in das Lagerhaus doch alle ihre Wanderschuhe neben dem Eingang deponieren! Nun war das Pfingstlager also richtig lanciert und die darauf folgenden Tage verbrachten wir mit viel Spiel und Spass.

So lernten wir alle anderen «Käsereizünfte» des Kantons erst mal richtig kennen. Dabei wurde aber keinesfalls das jeweils lokale Käse-Geheimrezept verraten. Unter den ältesten Sennen fachsimpelte man über Käsereifungen (Neuleiter-Gewinnung), Käse-Lagerung (Leiter-Ausbildung), Reifeprozesse (Kinder-Anlässe) und Serviervorschläge (Werbe-Ideen). Bei den Jung-Sennen stand mehr der direkte Käse-Kontakt im Vordergrund. Als der riesige Käse am Himmel langsamunterging, entfachten wir ein eigenes Lagerfeuer, um zu Ehren des Geistes von Gruyère einige Lieder zum Besten zu geben. So ging der erste Tag zu Ende; für die Mehrheit der Sennen in der Alphütte und für die besonders rezenten im Zelt.

Der Sonntag begann – wie könnte es anders sein – mit einem währschaften Frühstück. So gestärkt waren wir denn fit, um uns den alljährlichen Käsespielen zu widmen. Dabei galt es, die anderen Teams in Geschick und Schnelligkeit zu übertreffen.
Am Montag war schliesslich «Ufruumete» angesagt und die verbliebenen Kräfte konnten bei einem letzten Spiel noch abgebaut werden. Danach packte jeder sein Bündel auf den Rücken und man verabschiedete sich vom diesjährigen Käsefest – mit der Zuversicht, dass eine nächste Zusammenkunft bald schon kommen wird.

Tobias Weibel, Marcel Stolz

Jubla Bern – von lokalem Scharleben zu gut vernetztem Verband


Ein vielfältiges Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche – das ermöglichen die zwölf Jungwacht-Blauring-Scharen im Kanton Bern.

Traditionell wird dieses Angebot innerhalb der eigenen Schar geplant und durchgeführt, die Vernetzung der einzelnen Gruppen hat in den letzten Jahren aber stark zugenommen. Begünstigt durch die Möglichkeiten moderner Medien, findet nun mehr dezentraler und informeller Austausch statt. Daraus entstehen gemeinsame Projekte wie das kantonale Pfingstlager oder ein jährliches Ski-Weekend. Mit der Jugendstufe Region Bern existiert seit diesemJahr ausserdem ein neues Angebot für Jugendliche (6. Klasse bis ca. 16 Jahre), organisiert von den Scharen im Grossraum Bern.

Auch auf nationaler Ebene ist die Jubla Bern gut eingebunden. Im nächsten Jahr sind wir Gastgeberin für gleich zwei Anlässe des gesamtschweizerischen Verbandes: Im Oktober 2015 findet die Bundesversammlung in Bern statt, und im September 2016 wird unter dem Motto «Jublaversum» auf der grossen Berner Allmend ein zweitägiger Grossanlass stattfinden, zu dem alle Mitglieder der Jubla eingeladen sind.

Nebst all der überregionalen Zusammenarbeit wird natürlich auch Wert aufs Bewährte gelegt: die Sommerlager der Scharen dauern 1–2 Wochen und finden im Juli statt. Teilweise sind noch freie Plätze verfügbar, mehr Infos dazu auf www.jublabern.ch.

Silja Wenk, Kantonspräses, Jungwacht Blauring Bern

27. Mai 2015