pfarrblatt:

News-Artikel

An Jesus oder wie Jesus glauben?

«Glaubst du an Gott und an Jesus, seinen eingeborenen Sohn, ja oder nein?!» Wer nicht an Jesus glaubte, wurde gefoltert und umgebracht. Selbst Menschen, die vom christlichen Gott und seinen Anhängern ausser Vertreibung, Enteignung, Brandschatzung undMord nichts wussten, mussten «daran glauben». So war das zur Zeit der Kolonialisierung, als die christlichen Herrscher in Allianz mit der Kirche die Welt eroberten. Was für eine Perversion der Botschaft von Jesus, der die Menschen Nächsten- und Feindesliebe lehrte! Dessen Ziel es war, dass dieMenschen Gottes Liebe kennenlernten und in diesem Geist lebten, aber bestimmt nicht, dass sie ihn als Sohn Gottes anbeteten. Und heute? In unserer von Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften geprägten Kultur ist es unsinnig und für den Dialog mit der Welt und den Religionen schädlich, am Glauben an Jesus als «Sohn Gottes» im ontologischen (dem Wesen nach) oder biologischen Sinn festzuhalten. Jesus war ein wunderbarer Mensch, man könnte allenthalben sagen ein «göttlicher » Mensch, insofern diese Bezeichnung nicht sein Wesen, sondern seine Qualität ausdrückt – so wie jeder Mensch, der wahrhaft liebt, bildhaft «Sohn» oder «Tochter» Gottes ist. Jesus bleibt trotzdemein leuchtendes Beispiel. Das Lehramt in Romwird die Aussage vom Konzil von Nicäa (Jesus ist Gott) kaum korrigieren. Schade für den interreligiösen Dialog! Pflegen wir den Dialog deshalb ganz undogmatisch durch gelebte Nächsten- und Feindesliebe, ganz wie Jesus das getan hat.

 

José Balmer vertritt seine persönliche Sicht. Wer auf seine Anregungen einsteigen will, kritisch, zustimmen oder ergänzend, kann das in unserem begleitenden Forum tun (Online-Formular, Email).

11. Juni 2014