Vielfältige Katechese im Blick. Foto: Patrik Böhler

Auf Begegnung bauen

Menschen zuzuhören, mit ihnen Glaubenswege zu begehen, sie darin zu begleiten, ist spannend und herausfordernd zugleich. Katechet*innen erfüllen diese spannende Aufgabe. Eine umfassende Ausbildung macht sie für ihren vielfältigen Beruf kompetent.

von Patrik Böhler, Fachstelle Religionspädagogik

«Glauben lernen» gelingt dort, wo die Erfahrung lebendiger Gemeinschaft möglich ist. Katechese bespielt Räume, in welchen über Hoffnung und Angst gesprochen wird. Sie lebt vor, was Glauben ausmacht, und sucht nach Deutungen des Lebens. Der klassische und damit schulisch orientierte Religionsunterricht ist eine mögliche Ausformung vom Lernen über den Glauben. Das «Leitbild Katechese im Kulturwandel» (2009) definiert Katechese als lebenslanges und vernetztes Glauben-Lernen, als Verknüpfung zwischen Leben und Glauben und die Lebenswelten der Menschen als Lernorte des Glaubens.

Katechese darf sich nicht auf Kinder und Jugendliche beschränken. Sie nimmt sich aktueller gesellschaftlicher Voraussetzungen an und schafft Raum für Entwicklungsmöglichkeiten in jedem Alter und in vielfältigen Lebenssituationen. Katechese findet überall dort statt, wo Menschen in den Austausch über ihre Hoffnungen, Ängste und Sehnsüchte kommen.

In Lebensübergängen und Krisen stellen Menschen Fragen, die helfen, das eigene Leben neu auszurichten. Die Auseinandersetzung mit sich selbst und mit Sinnfragen verlangt nach Begegnung und Begleitung. Dafür braucht es spezifische berufliche Kompetenzen aber auch eine Grundhaltung, die anderen in ihrer Andersheit und auch Fremdheit positiv, wertschätzend begegnet und ihnen etwas zutraut.

Es gilt, Menschen zu befähigen, ihr Leben und den Glauben selber zu deuten und für ihre Erfahrungen im Glauben eine Sprache zu finden. Vielfalt ist willkommen: Unterschiede bereichern und führen in ein waches Interesse für den anderen mit seinen Geschichten. Der persönliche Glaube verändert sich durch neue Erfahrungen – gefragt sind Buffet statt Eintopf, Begegnung statt Dogmen.

 

 

INFOS

Katechet*in werden
Für vielfältige Lebensentwürfe und -situationen braucht es Seelsorgende mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Katechet*innen setzen ihre Talente ein, um andere in ihrer Glaubenssuche zu begleiten. Sie teilen und entdecken die «Gute Nachricht» und setzen das «Wort» vielfältig und unterschiedlich in Handlung um.

Infoabende zum nächsten Bildungsgang ForModula ab Oktober 2020
12. März, 19.00: Mittelstrasse 6a, Bern
17. März, 19.00: Pfarrei St. Marien, Kapellenweg 9, Thun
19. März, 19.00: Pfarrei Maria Geburt, Oberfeldweg 26, Lyss

Infos zum Bildungsgang ForModula

Kurzinterviews mit Katechet*innen lesen Sie HIER
Zum Leitbild

Kontakt: patrik.boehler(at)kathbern.ch, 031 533 54 31

 

 

5. Februar 2020
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 4
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