«ausGELACHT»?

Die Nacht der Religionen 2015 in der Stadt Bern steht unter dem Titel ausGELACHT? Die Diskussionen um Charlie Hebdo sind etwas verebbt. Wir wollen das Thema «Humor in den Religionen» auf unsere Weise aufnehmen.


Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber nannte den Humor den «Milchbruder des Glaubens». Er schrieb: «Wenn ein Mensch nur Glauben hat, steht er in der Gefahr, bigott zu werden. Hat er nur Humor, läuft er Gefahr, zynisch zu werden. Besitzt er aber Glaube und Humor, dann findet er das richtige Gleichgewicht, mit dem er das Leben bestehen kann.»

Lachen – lustig?
Aus Freude lachen wir. Lachen kann befreien. Lachen kann Menschen verbinden und versöhnen. Lachen gibt schöne Fältchen im Gesicht. Lachen kann auch kippen, kann zum verletzenden Auslachen werden, zum Hohngelächter. Lachen kann Unverständnis ausdrücken, kann zum resignierten «müden Lächeln» werden. Worüber können wir lachen, was stimmt uns heiter, woran können wir uns freuen in Bezug auf unsere verschiedenen religiösen und konfessionellen Quellen und Traditionen? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Humor und Blasphemie, resp. der Verletzung von religiösen Gefühlen anderer?

Wer lacht wann mit?
Die Eröffnung der Nacht der Religionen findet am 7. November, 18.00 Uhr, auf dem Europaplatz in Bern, vor dem Haus der Religionen, statt. Es ist eine Nacht der offenen Türen von Moscheen, Tempeln, Synagoge, Kirchen und weiteren Zentren der Weltreligionen in Bern, zu der alle willkommen sind. Sie sind eingeladen, hineinzuschnuppern und sich selber ein Bild zu machen, Fragen zu stellen, mitzulachen.
Mit Aleviten, Bahá’í, Buddhisten, Christinnen, Hindus, Jüdinnen, Muslimen und Sikhs können Sie ins Gespräch kommen. Die verschiedenen Religionsgemeinschaften laden durch die Nacht ein zu diversen Veranstaltungen.
Das Programm finden Sie im kleinen Führer «Nacht der Religionen» im Handformat, der in den Kirchen und Kirchgemeindehäusern aufliegtn oder unter www.nacht-der-religionen.ch
Die Impulse sind um 20.00 und 21.30.

Mirjam Wey, ref. Pfarrerin und Toni Hodel, kath. Theologe

Ausgewählte Angebote
• Kirche St. Marien, Wylerstr. 26: «Sie werden lachen – die Bibel!» So die Antwort des deutschen Schriftstellers Bertold Brecht auf die Frage nach seiner Lieblingslektüre.
Die Lesung ausgewählter Bibeltextstellen und die dabei live entstehenden Cartoons von Pfuschi (www.pfuschi-cartoon.ch) geschehen mit einem Augenzwinkern und animieren zu eigenen Wortschöpfungen. Danach gibt’s jeweils einen Teller «Gigeli»-Suppe in heiterer Tischgemeinschaft.

• Bahá’í Zentrum, Dufourstr. 13, 20.00: Gott liebt das Lachen

• Haus der Religionen, Europaplatz, 20.00: As-Salamu’alaik – Friede sei mit euch!

• Haus der Religionen, Europaplatz, 21.30: Humor und dessen Grenzen in der Sikh- Religion • Heilsarmee, Laupenstr. 5, durchgehend: Tauchen Sie in eine humorvolle Heilsarmee ein!

• Moschee, Morgenstr. 148, 20.00 und 21.30: Islamisch-hinduistisch-christliches Gespräch «Vom Auslachen zum Anlachen»

• Moschee, Freiburgstr. 125a, 20.00: Kann ein Muslim witzig sein?

28. Oktober 2015