Buch - Durstig

Alixe kann dem Sterben nicht mehr zusehen. Sie kündigt ihren Job auf der Krebsstation und beginnt mit dem Ausverkauf ihres bisherigen Lebens, um über die Runden zu kommen. Über Fabian, mit dem sie eine lose Liebschaft beginnt, macht sie Bekanntschaft mit dem bald 94-jährigen Forscher Carl. Alixe beginnt, versöhnlicher auf ihr eigenes Leben zu blicken. Bis sie erfährt, dass Carl sie zur Sterbebegleiterin machen möchte und Fabian sie dazu überreden soll. Die Vergangenheit holt sie ein, plötzlich geht es wieder um den Tod.

Die Journalistin Martina Rutschmann bedient sich in ihrem Debütroman gewagter Sprache. Schnell, manchmal fast hastig beschreibt sie die Beziehungen zwischen den drei Hauptpersonen, wechselt von Charakter zu Charakter, von Jahr zu Jahr. Im Zentrum steht der Umgang mit dem Sterben: Obwohl Alixe der alltäglichen Konfrontation mit dem Tod, vielleicht schon fast banalisiert durch den professionellen Umgang damit, entfliehen will, holt dieser sie ein – diesmal persönlich. Und der Leser spürt plötzlich, wie nah und gleichzeitig abstrakt das Sterben sein kann.

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Martina Rutschmann: Durstig, Zytglogge Verlag Bern. 272 Seiten, Fr. 32.–.

30. August 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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