Buchtipp: Psalmengedichte

«Sich bewegen lassen von einem einzigen Vers. Und diesen verdichten.» Mit diesen Worten bringt die reformierte Winterthurer Pfarrerin Ruth Näf Bernhard den Inhalt ihres vierten Gedichtbandes auf den Punkt.

Aus jedem der 150 Psalmen zitiert sie – der Reihe nach – eine bis zwei Zeilen, die ihr «zur täglichen Nahrung» wurden, wie sie im Vorwort schreibt. Zu den ausgewählten Zeilen verfasst sie ein neues Gedicht, schreibt den Psalm sozusagen weiter. Dabei habe sie sich nicht bei den Psalmversen aufgehalten, die sie störten, sondern vielmehr jene Worte ausgewählt, «die ermutigen und stärken». Entstanden sind kurze, dichte Texte in einer zeitgemässen Sprache, die sich zum Gebet oder zum Meditieren eignen. Sie zeugen von einer lebendigen Beziehung zu Gott, klammern das Ringen mit ihm nicht aus, bleiben aber nicht bei diesem stehen. Wie in den Psalmen sind da Angst und Klagen, aber auch Trost, Vertrauen und Freude.

«Die Texte habe ich für mich geschrieben», schreibt die Autorin im Vorwort. Und dies in einer Zeit, in der «scheinbar nichts mehr ging». «Nun sind sie auch für Sie bestimmt. Beten Sie weiter.»

Sylvia Stam



Ruth Näf Bernhard: Ich liege wach und bin wie ein Vogel
| 150 Psalmen, 150 Gedichte. Theologischer Verlag Zürich 2020, Fr. 24.80 ISBN 978-3-290-18329-5


 

 

14. Januar 2021
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 2
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Spirituelles