Von einem Computerspiel begleitet lässt sich das tägliche Inhalieren leichter aushalten. Foto:zVg

CARITAS SPITAL HILFT

DANK DEM CARITAS BABY HOSPITAL KÖNNEN DREI CHRONISCH KRANKE BRÜDER EINEN (FAST) NORMALEN ALLTAG ERLEBEN.

«Oft vergesse ich meine Krankheit». Die Dar Mohammeds leben in Dura im südlichen Westjordanland. Alle drei Söhne leiden unter Cystischer Fibrose. Trotzdem bewältigt die Familie den Alltag voller Energie und Hoffnung.

Der Schotter spritzt unter dem Vorderrad des kleinen Fahrrads. Strahlend strampelt Qais Dar Mohammed (9) die Einfahrt seines Elternhauses in Dura im südlichen Westjordanland hoch. Obwohl der Jüngste, überholt er seine Brüder Baraa (12) und Ahmed (16) bei dem improvisierten Wettrennen mühelos. Gross gewachsen und sportlich sind die Jungen, wie der Vater. Kein Passant würde vermuten, dass die drei regelmässige Patienten im knapp 50 Kilometer entfernten Caritas Baby Hospital in Bethlehem sind.

Frühe Diagnose erhöht die Lebensqualität Qais, Baraa und Ahmed leiden an Cystischer Fibrose (kurz: CF), einer genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung, bei der unter anderem zäher Schleim die Atemwege beeinträchtigt. Den Jungen sieht man ihre unheilbare Krankheit nicht an. Es geht ihnen gut im Vergleich zu vielen Mitpatienten. Ihre Erkrankung wurde sehr früh erkannt und sie wurden in das Behandlungsprogramm des Caritas Baby Hospital aufgenommen, das seit Jahren als CF-Kompetenzzentrum gilt.

Blutabnahmen, Lungenchecks und Physiotherapie sind Routine im Leben der Dar Mohammeds. Zuhause kommen Übungen, Medikamente und regelmässiges Inhalieren dazu. Darüber hinaus versuchen die Eltern Sahar und Riad ihren Kindern ein normales Leben zu ermöglichen. «Wir haben die Tatsache akzeptiert und unsere Kinder gelehrt, ebenfalls so zu denken», sagt Riad.

Tatsächlich ähnelt der Alltag von Qais, Baraa und Ahmed trotz Krankheit dem ihrer Altersgenossen. «Wir streiten uns wie ganz normale Geschwister», sagt Ahmed. Schule steht nicht so hoch im Kurs, auch wenn sie gute Schüler sind. Dann schon lieber mal ein Computerspiel oder eben: Radrennen im Hinterhof. Der Umgang mit der medizinischen Routine hat sich eingespielt. «Wir achten aufeinander» sagt Baraa, «und ganz oft vergesse ich meine Krankheit.»

Dass die Eltern und ihre Kinder mit der Diagnose CF so gut aufgefangen wurden, daran hat das Kompetenzteam im Caritas Baby Hospital einen wesentlichen Anteil. Zwei Ärzte, zwei Physiotherapeuten, eine Pharmazeutin, eine Ernährungsberaterin und eine Sozialarbeiterin kümmern sich um 120 betroffene Patientinnen und Patienten in der Westbank. Neben der Begleitung im Spital gehören Hausbesuche, Workshops und Vorträge ebenso zu dem Hilfsangebot wie das Zusammenbringen von Betroffenen zum Austausch.

Finanzielle Hilfe ist nötig

Auch finanziell hilft das Spital, denn die meisten Familien könnten sich die Behandlungskosten nicht leisten. Beim letzten Spitalbesuch hätten alle Tests und Untersuchungen für Qais, Baraa und Ahmed umgerechnet über 500 Franken gekostet. Eine stolze Summe in einem Land, in dem der monatliche Mindestlohn bei umgerechnet 390 Franken liegt.

Andrea Krogmann

Kinderhilfe Bethlehem

Der Verein Kinderhilfe Bethlehem mit Sitz in Luzern finanziert und betreibt das Caritas Baby Hospital in Bethlehem. Spenden: Kinderhilfe Bethlehem IBAN CH17 0900 0000 6002 0004 7 Weitere Info: www.kinderhilfe-bethlehem.ch

9. Dezember 2020
erstellt von angelus
  • Pfarrblatt / Angelus