Die Künstlerin Doris Windlin in Aktion. Bild: Ondrej Popluhar

«das ganze sehen»

Drei Kunstschaffende malen ab Ende Juli alltägliche Dinge mitten in Bern. Das im Geiste von Bruder Klaus.

«Ich kann nicht schreiben, ich kann nicht lesen, ich bin nicht so gebildet wie ihr da (in Liestal), ich kann nur schauen, und was ich sehe, bedenken, für vieles fehlen mir die Worte.» Dieses Zitat von Niklaus von Flüe soll ihnen Leitsatz sein: So sagen es die drei MalerInnen Hannes Egli, Katerina Rutherford und Doris Windlin in der Beschreibung ihres Kunstprojekts «das ganze sehen».

Die drei Kunstschaffenden malen im Rahmen des Bruder-Klaus-Jubiläums «Mehr Ranft» während vier Tagen mitten in Bern, im öffentlichen Raum. Und öffentlich sollen auch ihre Sujets sein: alltägliche Dinge nämlich, die der Zuschauer sonst überhaupt nicht oder nur nebenbei wahrnehmen und ganz sicher nicht darüber nachdenken würde. Denken und Sehen, das ist für Doris Windlin komplementär, so schreibt sie in ihrem Blog. Das Denken ist linear, ein Gedanke folgt dem anderen. Gegensätze folgen einander, sind aber nie eine Einheit. Anders im Bild: Dort werde erst das Ganze sichtbar. Dass auf der Leinwand ganz gewöhnliche Dinge gezeigt werden, aber eben als ein ganzes Werk, das ermögliche ein «Neu-Sehen der Umgebung dank den gesehenen Farben, ein Überdenken». Oder in den Worten von Bruder Klaus: «Ich sah, ich wurde vom Sehen ergriffen. Aber was ich sah, glaubte ich.»

Sebastian Schafer

Kunstaktion «das ganze sehen», 31. Juli /1. August: Kornhausplatz, 2./3. August: unterer Waisenhausplatz, 4. August: Casinoplatz. Jeweils 10.00–18.00.

 

 

12. Juli 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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