«Das letzte Buch» – ein Film von Anne-Marie Haller

Aki-Kolumne von Tabea Keller

Meine Grossmutter war 45 Jahre alt, als sie es endlich bekam; meine Mutter war vier Jahre alt, als es eingeführt wurde; und ich habe es mit 18 Jahren in aller Selbstverständlichkeit das erste Mal genutzt: das Frauenstimmrecht.

Seit 50 Jahren bestimmen die Frauen in der Schweiz auf nationaler Ebene mit, was in Abstimmungen und Wahlen beschlossen wird. 1988, 17 Jahre danach, wurde das neue Eherecht eingeführt. Zwei grosse Schritte in Richtung Gleichstellung von Mann und Frau. Für mich, mit Geburtsjahr 1999, sind das heute Selbstverständlichkeiten, deren Einführung zur damaligen Zeit jedoch nichts als selbstverständlich waren. Aber auch heute zeigen sich in Diskussionen zur Anpassung des Rentenalters für Frauen, zur Lohndiskriminierung zwischen Männer und Frauen, aber auch zur Vereinbarung neuer und diverser Familienformen, dass wir betreffend Gleichstellung noch nicht am Ziel sind und auch für meine und zukünftige Generationen dieses Thema noch lange nicht vom Tisch sein wird.

Der Dokumentarfilm «Das letzte Buch» von Anne-Marie Haller greift Themen, wie das fehlende politische Recht für Frauen und die fehlende Eigenständigkeit in der Ehe auf. Erzählt wird die Geschichte der Schriftstellerin Katharina Zimmermann, die ihrem Mann als Pfarrfrau nach Indonesien folgte und erst viel später ihre eigene Stimme erhob und erfolgreich Bücher veröffentlichte. Ein Film, der für die Emanzipation einer ganzen Generation von Schweizer Frauen spricht, die um ihre Eigenständigkeit kämpften.

Tabea Keller, Praktikantin


Im Rahmen der aki-Gerechtigkeitsreihe kann dieser Dokumentarfilm vom 7. bis 21. April online gestreamt werden.

Die Zugangsdaten zum Film werden nach der Anmeldung zugestellt.
Anmeldung bei: isabelle.senn@aki-unibe.ch
 

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