Garten Eden. Foto: iStock / AscentXmedia

Der Garten

Das mit dem Garten.
Das ist nicht eine harmlose
Geschichte
auf den ersten Seiten der Bibel.
Das mit dem Paradies.
Das ist nicht ein nutzloses Märchen
auf den ersten Seiten des
Ersten Testaments.
Das mit Eden.
Das ist nicht eine naive Erzählung
auf den ersten Seiten der Heiligen
Schrift von Jüdinnen und Christen.
Dass die Welt als Garten geschildert wird,
ist nicht eine Beschreibung der
Vergangenheit.
Dass die Welt als Garten beschrieben wird,
ist eine Vision,
ein Ziel.
Dass die Welt mit einem Garten
verglichen wird,
ist eine Sinnrichtung,
eine Grundhaltung:
die Welt gesellschaftlich, politisch
und wirtschaftlich zu gestalten,
wie einen Garten, der gepflegt
sein will.
Mit Geduld.
Mit Weisheit.
Mit Beharrlichkeit.
Im Wissen,
dass nicht alles machbar und
planbar ist.
Im Bewusstsein,
auf viele andere und viel anderes
angewiesen zu sein.
In der Gewissheit,
dass Fehler und Misserfolg dazu
gehören. Das Bild des Gartens
ist ein gesellschaftskritisches.

Felix Klingenbeck

PS: «Der Mensch hat die Welt in
einen Markt verwandelt, statt in
einen Garten» – so der syrische
Dichter Ali Ahmad Said Esber.

«Wortimpuls» im Überblick

10. Juli 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 15
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Spirituelles