Ein Leben in Würde. Foto: iStock/fcscafeine

Die falsche Frage

Ob es Gott gibt oder nicht,
ist möglicherweise die falsche Frage.
Denn diejenigen, die sagen,
sie glauben an Gott, haben Grosses
vollbracht und Furchtbares angerichtet.
Und diejenigen, die sagen,
sie glaubten nicht an Gott, haben Grosses
vollbracht und Furchtbares angerichtet.
Die Frage ist vielmehr, an was für
einen Gott wird geglaubt, und
damit verbunden die Anschlussfrage,
wie sich dieser Glaube
realisiert im Tun und Lassen.

Ein Blick ins Erste Testament zeigt:
Gott steht auf der Seite der Bedrängten,
will deren Befreiung und
verheisst ein gerechtes und sicheres
Zusammenleben, bei dem es
genug für alle gibt.
Und verbunden damit ist der Auftrag,
selber in diesem Sinne zu handeln.

Ein Blick ins Zweite Testament zeigt,
dass genau das Jesus mit dem
Reich Gottes meint. Eine Welt, wo
es für alle Platz am Tisch hat und
alle genug zum Leben haben.
Eine Welt, in der allen das zukommt,
was sie zu einem Leben in Würde
brauchen.

Die Gottverbundenheit zeigt sich
so in der Zuwendung zur Erde,
zum Menschen.
Das Reich Gottes ist
damit nicht zuerst an eine Religion,
an ein Glaubensbekenntnis oder an
eine Weltanschauung gebunden,
sondern ganz einfach an das tägliche
Verhalten in der kleinen, privaten Welt
genauso wie in der
gesellschaftlich-politischen Welt.

Felix Klingenbeck

«Wortimpuls» im Überblick

7. August 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 17
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Spirituelles