Claudio Gabriel (1988) Theologiestudent, Luzern

Die Quelle meines Lebens

Ich mag es, im Sommer an reifen Getreidefeldern vorbei zu wandern. Dann kommt mir oftmals die Bibelstelle aus dem Johannesevangelium in den Sinn, wo Jesus sagt: «Ich bin das Brot des Lebens.» Brot ist für mich ein Sinnbild für die Nahrung, die Gott uns schenkt. Das zeigt sich auch in der Perikope vom «Brotwunder » (Joh 6,1–15), wo Jesus über 5000 Menschen satt werden lässt.

Unsere Aufgabe ist es nun, auch heute die Gaben der Natur gerecht miteinander zu teilen, sodass «die 5 Brote und 2 Fische unserer Welt» wie in der Bibelstelle für alle reichen. Gott will uns aber nicht nur körperlich ernähren, sondern auch seelisch. Er will uns ein erfülltes und gelingendes Leben schenken. Dieses Leben erschliesst sich uns Christinnen und Christen in Jesus. So sagt er: «Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.» Um diese Verheissung herum möchte ich mein Leben aufbauen: Er ist es, der unseren inneren Hunger, unsere Sehnsucht nach Leben stillt.

Diese Botschaft ist mir wichtig in meinem Alltag. Besonders dann, wenn ich mich überfordert fühle und vor lauter Stress kaum mehr zum Atmen komme. Sie erinnert mich daran, dass der Sinn des Lebens nicht darin besteht, aus eigener Kraft endlose Leistungen zu erbringen. Denn es gibt einen, auf den ich vertrauen kann: Jesus Christus. Er ist das Brot, die Grundlage, die Quelle meines Lebens. Er trägt mich, wo immer ich bin. Aus dieser Zusage heraus kann ich mein Leben gestalten.

 

3. März 2011