Die Bedürfnisse benachteiligter Jugendlicher spielen eine zentrale Rolle in der Arbeit der Caritas Bern. Foto: Urs Siegenthaler

Die unbändige Freude über die Lehrstelle

Caritas Bern unterstützt mit ihren Angeboten besonders junge Menschen. Eine von ihnen ist Rojda Khaled. Vor vier Jahren vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflüchtet, kann sie dieses Jahr eine Lehre als Pharmassistentin beginnen.


Rojda Khaled spricht viel im persönlichen Gespräch, die Sätze sprudeln richtiggehend aus ihrem Mund. Und sie tut dies in einem praktisch fehlerlosen, schon fast geschliffenen Hochdeutsch. Niemand würde auf die Idee kommen, dass die syrische Kurdin erst Ende 2013 in die Schweiz gekommen ist. Geflüchtet vor dem syrischen Bürgerkrieg, alleine, als gerade mal 16 jähriges Mädchen.

Heute arbeitet Rojda Khaled in einer Apotheke in Bümpliz. Nach einem Telefonanruf ihres Jobcoaches konnte sie dort vergangenes Jahr zwei Schnuppertage absolvieren und in der Folge eine Vorlehre als Pharmaassistentin beginnen.
Inzwischen ist rund ein halbes Jahr vergangen, und Frau Khaled fühlt sich sehr wohl an ihrem Arbeitsplatz. «Ich habe mir immer gewünscht, etwas im medizinischen Bereich zu machen, und das Team ist sehr nett», so Khaled.

Programme für Jugendliche
Wie Rojda Khaled kommen jedes Jahr Hunderte junge Asylsuchende in die Schweiz. Ihre Bedürfnisse und diejenigen anderer benachteiligter Jugendlicher spielen in der Arbeit der Caritas Bern eine zentrale Rolle. Die entsprechenden Angebote konzentrieren sich auf den Übergang vom Kinder- ins Erwachsenenalter – also auf die Phase, in der sich im Leben der meisten Menschen besonders viel verändert.

Über das Programm «Junior Coaching» beispielsweise unterstützt sie junge erwachsene Flüchtlinge bei ihrem Anschluss an den Schweizerischen Arbeitsmarkt. Sie macht das mit spezialisierten Jobcoaches, welche auf die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen und über ein gutes Kontaktnetz zur Wirtschaft verfügen.

Lehrstelle als Pharmassistentin
Auch Rojda Khaled profitierte vom «Junior Coaching», insbesondere von ihrem Jobcoach. „Dieser hat sich sehr initiativ gezeigt und mich immer wieder motiviert, dran zu bleiben“, hebt Khaled die besondere Rolle des Coaches bei der Lehrstellensuche hervor. Im Rahmen ihrer Vorlehre geht Rojda Khaled zwei Tage pro Woche in die Schule, drei Tage arbeitet sie im Betrieb in Bümpliz.

Ab August wird sie dort eine dreijährige Lehre als Pharmaassistentin absolvieren.«Ich habe mich unwahrscheinlich gefreut, als ich die Zusage für die Lehrstelle erhielt», erinnert sich Frau Khaled an diesen speziellen Moment. Daneben arbeitet sie weiterhin intensiv an ihren Deutschkenntnissen. Bereits im Frühjahr will sie das Niveau C1 abschliessen. Es würde ihr dann nur noch eine Stufe bis zum höchstmöglichen Sprachniveau fehlen.

Oliver Lüthi

Der Caritas-Sonntag vom 28. Januar steht unter dem Motto «Jungen Menschen eine Chance geben».  Für Ihre Unterstützung der Arbeit der Caritas Bern bedanken wir uns herzlich. Spenden direkt auf Postkonto: 30-24794-2 (Caritas Bern, 3007 Bern, IBAN CH21 0900 0000 3002 4794 2).

Caritas Bern

25. Januar 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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