Das ''Handbuch Social Media''. Praxis, Recht und Hintergrundwissen. zVg

Digitale Medien im Alltag der Pfarreien

Wir verkünden unsere Botschaft an uns bekannten Orten: im persönlichen Gespräch im Quartier, im Gottesdienst oder über das «pfarrblatt». Die Präsenz über Soziale Medien ist dabei für viele ein neues Netzwerk, das entdeckt werden will.

In einem dreijährigen Projekt hat die Fachstelle Kinder und Jugend die Pfarreien im Dekanat auf die Reise in den «Dschungel» des Web 2.0 begleitet und Beispiele für die Pfarreipraxis erarbeitet, die jetzt in einem Handbuch zusammengefasst vorliegen. Mittels Workshops wird das Handbuch in den Teams der Pfarreien eingeführt. Mitarbeitende können neue Projekte über ein Coaching begleiten lassen.

Kommunikation wandelt sich und geht alle an

Gestartet im Jugendbereich hat man im Verlauf des Projekts zwei wesentliche Korrekturen vorgenommen: Das Thema betrifft die Kommunikation der gesamten Pfarrei und kann nicht auf die Jugend eingeschränkt behandelt werden. Weiter stehen in der Praxis nicht nur Fragen der Sozialen Netzwerke wie Facebook im Zentrum, sondern sind generell Methoden und Kompetenzen der digitalen Kommunikation gefragt. So ist der Praxisteil des Handbuchs in vier Bereiche aufgeteilt, die für alle Kompetenzstufen und Fachbereiche Möglichkeiten aufzeigen: von der reinen Inspiration über den Dialog bis zum Projektmanagement. Ständiges Thema im Projektverlauf waren – nebst der individuellen Nachfrage nach einzelnen Instrumenten – der Datenschutz und die Abgrenzung privater und beruflicher Tätigkeiten. «Bei der Diskussion der ersten Zwischenergebnisse, der Media-Guidelines, wurden die Herausforderungen und Chancen deutlich: Die neuen Medien führen uns in ein Kommunikationsfeld, das nicht zu steuern ist, in dem wir nur bestehen, wenn wir auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren lernen (…)», so Bernhard Waldmüller, Co-Dekanatsleiter. Die Diskussion zum Datenschutz und der persönlichen Abgrenzung ist nie abgeschlossen und muss in den Pfarreiteams wiederkehrend Thema sein. So weit als möglich werden die Bereiche in den Workshops und im Handbuch dargelegt und geklärt.

Joiz – WordPress – Basecamp ... wie bitte?

Nach wie vor ist für viele Arbeitnehmende generell die digitale Kommunikation, erst noch verbunden mit Sozialen Medien, ein unüberschaubares Feld, das primär mit Mehraufwand verbunden ist. Das Stichwort «Mailflut» wird in den Workshops mehrfach genannt. Die Pfarreien sollen also nicht einfach auf einem weiteren Kanal noch mehr kommunizieren. Viel mehr geht es darum, individuell pro Pfarrei herauszufinden, welche Instrumente am besten geeignet sind, um vorwiegend mit Jugendlichen, Eltern und jungen Erwachsenen im Dialog zu stehen. Wir sind gespannt, welche Kommunikationskanäle sich die Pfarreien in Bern in den nächsten Monaten und Jahren erfolgreich erschliessen.

Christoph Musy, Projektleitung im Auftrag der Fachstelle Kinder&Jugend und PR-Berater der ProjektForum AG 

Media-Guidelines: Die «Media- Guidelines» sind Leitlinien für die Verwendung des Web 2.0 in der Jugendarbeit der Katholischen Kirche Region Bern. Sie umfassen Strategie, Kontext und Haltung der Katholischen Kirche Region Bern. (16 Seiten, 2014.)
Handbuch Social Media: Das «Handbuch Social Media» umfasst 20 Praxisbeispiele, rechtliche Grundlagen und Hintergrundwissen. Das Handbuch wird allen Mitarbeitenden abgegeben und über einen Workshop fachlich eingeführt (64 Seiten, 2015).
Coaching und Begleitung: Bis Ende Jahr können über das laufende Projekt alle Pfarreien Unterstützung vor Ort «buchen». Ab 2016 ist vorgesehen, dass eine Arbeitsgruppe das Thema weiter betreut und ein gegenseitiges Coaching stattfindet.  

13. Mai 2015