pfarrblatt:

News-Artikel

Julia Zosso (1986) Studentin der Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Universität Freiburg

Drauflos leben

Ich habe noch nicht allzu oft in der Bibel geblättert. Als ich es tat, bin ich bei Weisheiten und Sprichwörtern des Alten Testaments hängen geblieben. Besonders angetan hat es mir dieser Satz. Aussagekräftig und einfach erscheint er mir – vielleicht ZU einfach, könnten kritische Stimmen fragen? Ich finde nicht. Viel Kraft steckt in diesen Worten, eine Wahrheit, die meines Erachtens aus dem vollen Leben schöpft. Auch das ist die Bibel, auch das ist Glaube – ein Glaube an das Gute im Leben, an die eigene Kraft, an das Unvorstellbare. Ein Glaube, der immer wieder hoffen lässt.
 Aber was ist Glück? Wann gilt man als "glücklich"? Sind manche Menschen glücklicher als andere und wenn ja, woran liegt das? Fragen über Fragen und doch scheint mir die Botschaft dieser Bibelstelle klar und deutlich. Das Glück – wenn man es sehen will – ist allgegenwärtig. Es steckt in der Pracht der Natur, im freundschaftlichen Lächeln der Mitmenschen, in uns selbst. Auch traurige Momente gehören zum Glück – sie bringen Liebe, tiefe Verbundenheit und Freundschaft mit sich. Sie lassen uns unsere eigene Stärke spüren.
 Dieses Glück bewusst wahrzunehmen, einzutauchen in die Kraft des Lebens und dankbar zu sein, das ist unsere Aufgabe. Es ist da, jeden Tag von Neuem. Es zu sehen, es zu leben – das hingegen liegt in unserer eigenen Verantwortung. Gehen wir nicht vorbei, atmen wir ein, das Glück, das uns zusteht. Geben wir der Lust des Lebens immer wieder bewusst nach – der Lust zu lachen, zu weinen, glücklich zu sein. Es steht uns zu.  

9. Juni 2011