Monika Dillier, Kantonspräses JUBLA Bern (Jungwacht Blauring). Foto: Pia Neuenschwander

Eine Lebensfreundin

Ob mit Menschen, Geissen, Pferden oder Primaten: Die Kantonspräses der JUBLA Bern kann mit allen gut Kirschen essen. Sie glaubt an Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und das Gute im Menschen.

Autorin: Nicole Arz

Beschreiben Sie eine frühe Kindheitserinnerung.

Ich fahre mit meiner Mutter mit dem Zug nach Berlin, vielleicht drei Jahre alt, zeichne und schreibe mit Farbstiften. Die anderen Fahrgäste bestätigen mir, dass ich meinen Namen geschrieben habe – was kaum möglich war. Aber ich war mächtig stolz und glücklich!

Wofür bekämen Sie gerne einmal einen Gutschein?

Für das Mitarbeiten auf einer Geissalp, einen Sommer lang, einen halben Tag arbeiten, einen halben Tag erholen.

Mit wem würden Sie gerne einmal für einen Tag tauschen?

Mit Jane Goodall, der Primatenforscherin, aber gerne viel länger als einen Tag! Oder mit einer Sängerin, Joan Baez. Oder mit einer Hebamme …

Welche Teile einer Tageszeitung lassen Sie links liegen?

Ich lese keine Tageszeitung, picke heraus, was mich interessiert. Eigentlich bleibt dabei fast alles links liegen, insbesondere Börsenkurse, falls es diese noch in Zeitungen gibt.

Wohin führt Ihre Traumreise?

Mit Pferd und Wagen ziehe ich mit einer Gruppe Reisefreudiger los nach Osten bis zur Halbinsel Kamtschatka. Begegne Kulturen und Menschen. Dort angekommen, besteigen wir ein Schiff und setzen nach Alaska über, wo wir dann kreuz und quer weiter nach Kanada hineinziehen bis …

Hätten Sie das Zeug zur Landesmutter?

Ja, weil ich an komplexen Fragen interessiert bin, klare und differenzierte Vorstellungen von Gerechtigkeit und Gleichberechtigung habe und weiss, was richtig ist. Es gäbe keine Intrigen, kein Machtgerangel, keine Hinterhältigkeit, kein Nord-Süd-Gefälle. Ich glaube unerschütterlich und in einem gewissen Sinn mit missionarischem Eifer an das Gute im Menschen sowie die kollektive Partizipation, siehe JUBLA; zudem trage ich die «rebellische» Vorstellung in mir, dass Frieden und eine gute Lebensbasis für alle Wesen auf dieser Welt möglich sind. Für Zwei- bis Zigbeiner, Beflügelte, sich Kringelnde, Flossentragende, Blühende, Grünende aller Schattierungen. Voilà, wäre das so, bräuchte es in Utopia keine Landesmütter und -väter, sondern Lebensfreund*innen.

Die Serie 2000 im Überblick

1. September 2020
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 19
  • Pfarrblatt / Angelus