von links hinten: Patrik Böhler, Esther Aeschlimann, Fernanda Vitello, Judith Furrer (Leitung Fachstelle), vorne: Christine Kohlbrenner, Gabriella Aebersold. Foto: Salome Strobel

einladen - ermutigen - inspirieren

Im neuen Team fragen wir uns, wer wir sind und welche eigenen Erfahrungen uns geprägt haben. Die Erinnerungen als Kinder und Jugendliche an den Religionsunterricht zeigen uns, welche Aspekte wirklich tragen.


These 1: Ohne gute Beziehung kein Lernen

Personen waren wichtig. Judith Furrer hat Frau Pfäfferli geliebt – sie hat zur Erstkommunion vorbereitet. Fernanda Vitello wurde im Religionsunterricht von ihrer attraktiven und freundlichen Katechetin sehr ernst genommen. Bei Gabriella Aebersold gehörten Religionsunterricht und Raclette zusammen. Gelegentlich und spontan gab’s im Religionsunterricht Raclette.
Fazit: Emotionale Geborgenheit ist Grundlage zur Leistungsbereitschaft!

These 2: Persönliche Leidenschaft der Lehrperson
Der Vikar in Zofingen steckte mit seiner Leidenschaft an: ob er biblische Geschichten erzählte oder Akkordeon spielte. Lehrpersonen, bei welchen das «Feu sacré» brennt, das eigene Herzblut fliesst und dabei die Begeisterung und Freude für «die Sache» da ist, haben uns motiviert.
Fazit: Der Enthusiasmus der Lehrperson dient der motivationalen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen!

These 3: Humor und Gelassenheit der Lehrperson tun gut
Auch wenn die ganze damalige Klasse von Patrik Böhler vor dem Religionsunterricht in der Oberstufe zum wiederholten Male sich auf der Toilette versteckt hielt, hat der Pfarrer den Humor bewahrt mit dem Spruch: «Kaum tauche ich auf, seid ihr verschwunden, als wäre ich der Teufel persönlich.»
Fazit: Viele Konflikte können durch Humor entschärft werden!

These 4: Alltagserlebnisse sind einzubeziehen
Christine Kohlbrenners Pfarrer in der 2. Klasse ging oftmals mit ihnen in die Höhle hinter den Wasserfall bei Turtmann. Die Alltagswelt wurde so in den Religionsunterricht hineingenommen. Die Vikare, welche Esther Aeschlimann unterrichteten, hatten eine gute Beziehung zu ihren Eltern. Somit kannten diese die Alltagssituationen vieler Kinder ihrer Pfarrei.
Fazit: Der Unterricht greift dann ins Leben, wenn er von den Alltagserfahrungen der Kinder und Jugendlichen ausgeht!

These 5: Lerntypen sind zu berücksichtigen
Esther Aeschlimann hat liebend gerne in der 1. und 2. Klasse den Katechismus auswendig gelernt. Der Inhalt war überhaupt nicht wichtig. Fernanda Vitello durfte vor der Erstkommunion mit Nonnen die Hostien für den Gottesdienst backen. Judith Furrer erinnert sich an das Theater im Religionsunterricht.
Fazit: Wir unterrichten Kinder mit verschiedensten Lernzugängen und Lernniveaus und daraus abgeleiteten Vorlieben. Deshalb ist der Unterricht abwechslungsreich zu gestalten!

These 6: Feste und Feiern sind wertvoll
Bei der Vorbereitung zur Erstkommunion wurde auch das «Einlaufen» in die Kirche geübt. Esther Aeschlimann hat dies sehr positiv erlebt. Die darin enthaltene Botschaft: Du gehörst dazu. Du bist wichtig. GabriellaAebersold erinnert sich, dass zur Erstkommunion aus dem Altar ein grosser Tisch «gezimmert» wurde. Alle Erstkommunikanten sassen im Kreis um den Altartisch. Sie standen damit in der Mitte des Festgeschehens.
Fazit: In Feiern und Festen im kirchlichen Kontext geht es um den Dienst Gottes an uns Menschen. Er stellt uns in unserer Lebensphase in die Mitte. Wir Menschen brauchen solche Erfahrungen mit der Aussage: Du bist wertvoll!

Damit Religionsunterricht einladend bleibt, ermutigt und inspiriert, dafür sehen wir uns als Fachstelle Religionspädagogik in Bern mitverantwortlich. Wir werden unseren Teil in der Ausbildung, der Weiterbildung und der Begleitung der Katechetinnen beitragen.

Patrik Böhler


Fachstelle Religionspädagogik

1. März 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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