Schwester Cilenia Rojas ist eine Powerfrau. Klein von Wuchs, aber gross in der Tat koordiniert sie die Arbeit von Missio in Bolivien. Die Kraft für ihr Engagement schöpft sie, wie viele andere Menschen in der Kirche in Bolivien, aus der Begeisterung von Christus.

Engagiert für Menschen

Seit fast 10 Jahren arbeitet Sr. Cilenia für Missio Bolivien. Ihr missionarischer Frauenorden, die Hermanas Misioneras Cruzadas de la Iglesia, hat ihr Engagement immer gefördert. So koordiniert sie nun die Arbeit der Kinder- und Jugendorganisation Infancia y Adolescencia Misionera in ganz Bolivien. «Unsere Zukunft liegt bei den Jugendlichen, die mit viel Enthusiasmus mitmachen», sagt sie überzeugt. «Das ist unser Reichtum!» Es ist ihr Blick auf die positiven Seiten des Lebens, der sie zu einer authentischen Zeugin der Frohen Botschaft macht.


Die 40-jährige Ordensfrau spicht Klartext, wenn es um die Herausforderungen für die Kirche in Bolivien heute geht. «Wir dürfen uns nicht vor den Problemen fürchten, sondern müssen Antworten suchen.» Denn die Kirche hat in den letzten Jahren an Einfluss verloren. Und sie ist mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert, wie wir sie in der Kirche Schweiz kennen: Zu wenig Berufungen zum Priester- und Ordensleben und für die junge Generation gibt es viele andere, verlockende Angebote. «Doch nichts kann die Verkündigung der Guten Nachricht verhindern. Was die Welt von heute braucht, sind Gute Nachrichten.» Sie lädt uns deshalb auch ein, dass wir uns mit guten Nachrichten gegenseitig stärken.
Das Gebet für denWeltmissionsmonat stammt aus Bolivien und wurde speziell für den Weltmissionsmonat verfasst. Die Gemeinschaft, die durch das Gebet entsteht, ist eine wesentliche Dimension weltkirchlicher Verbundenheit. Die Bitte um die «Gemeinschaft unter deinen Söhnen und Töchtern», wie es im Gebet heisst, muss sich konkretisieren: Am deutlichsten geschieht dies amWeltmissionssonntag durch die Kollekte, die in allen Pfarreien in der ganzen Welt aufgenommen wird. Es ist dies eine einzigartige Solidaritätsaktion, bei der alle mitmachen, und alle nach ihren Möglichkeiten beitragen. Missio ist darum besorgt, dass weltweit über 1100 Bistümer aus dieser Kollekte eine finanzielle Unterstützung für ihre seelsorgerlichen Aufgaben erhalten.

Viele Hauptamtliche und Laien in der Kirche Boliviens haben eine grosse Sorge: Wie können sie den christlichen Glauben und seine Werte an die kommende Generation weitergeben? So sehen die Bischöfe Boliviens zu Recht in den Laien die wichtigsten Akteure für dieWeitergabe des Glaubens. «Es ist die Zeit der Laien», schrieben sie 2011 in ihrem Pastoralbrief «Die Katholiken im heutigen Bolivien». Sie sind sich bewusst, dass es dafür eine «umfassende christliche Bildung» braucht. Aber es fehlen vor allem in den Apostolischen Vikariaten, den Diözesen im Aufbau, die dringend benötigten finanziellen Mittel.

Im Süden Boliviens, im Vikariat Camiri, finanziert deshalb Missio z.B. einen Teil der Saläre für Katechetinnen und Katecheten. Das ist wichtig, damit sich die Männer und Frauen ihrer Sendung widmen können und nicht ein Feld bewirtschaften müssen, um ihre Familien über die Runden zu bringen. Schliesslich geht es darum, eine gerechtere und solidarischere Gesellschaft aufzubauen, die Zeugnis gibt von der frohen Botschaft des Evangeliums.

Siegfried Ostermann, Missio

KOLLEKTE
18. Oktober: Die Kollekte vom Weltmissionssonntag ist einzigartig. Sie wird weltweit in allen Pfarreien aufgenommen. Weil sie überall durchgeführt wird, durchbricht sie das Verhältnis von Gebenden und Nehmenden und macht aus der Kirche eine Solidargemeinschaft. Das Geld der Kollekte vom Weltmissionssonntag fliesst in einen zentralen Solidaritätsfonds. Dieser ermöglicht die gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel, weil daraus gezielt die ärmsten Kirchen unterstützt werden. In Bolivien, dem Gastland im Weltmissionsmonat, sind dies die fünf Apostolischen Vikariate. Apostolische Vikariate sind Diözesen im Aufbau. Der Solidaritätsfonds von Missio garantiert besonders denen Hilfe, die keine direkte Verbindung zu den reichen Kirchen haben.
Postkonto: 17-1220-9

14. Oktober 2015