Spiegeln. Foto: Laurenz Kleinheider/unsplash

Fête KultuRel – Spiegelbild

Die Feste waren jeweils Meilensteine auf dem Weg. Nun steht das Haus der Religionen, und das erste Mal findet die Fête KultuRel in seinen Räumen und auf dem Europaplatz statt. Das Fest der Kulturen und Religionen lädt ein zu vielen kleinen Weltreisen zum Thema Spiegelbild.

Ein denkwürdiger Anlass

Die Idee war im Raum – noch etwas verloren zwar, aber sie war da: ein Haus des interreligiösen Dialogs, das im Quartier das friedliche Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen stärkt und belebt. 2002 nahm die Idee Gestalt an, und es wurde für das Haus der Grundstein gelegt. Es war eine Grundsteinlegung noch ohne Grundstück. Der denkwürdige Anlass fand im Schulhaus Schwabgut in Bern-Bümpliz statt – im Rahmen der ersten Fête KultuRel.

Die weiteren Feste begleitete den nicht immer reibungslosen Verlauf des Baus und brachte jedes Mal wieder Mut und Zuversicht für die mitwirkenden Menschen und Institutionen. An den Grossanlässen war das Zusammenrücken der Religionen spürbar, und die Idee des Hauses fand ihren Weg in die Öffentlichkeit. Jedes Fest knüpfte vielfältige Kontakte nach innen und aussen. Mit Tanz und Musik, mit Kunst und Kulinarischem steht an der Fête KultuRel bis heute Sinnlichkeit und Begegnung im Vordergrund.

Blick in den Spiegel

Das Haus der Religionen hat sich entwickelt. Sieben Jahre nach der letzten Fête KultuRel ist es Zeit, in den Spiegel zu blicken – zurück und nach vorn. In Anwesenheit von Stadtpräsident Alec von Graffenried und unter der Beteiligung der acht Religionsgemeinschaften wird die 6. Fête KultuRel zum Thema «Spiegelbild» am 20. Juni um 19.00 eröffnet: mit Humor, Poesie und Spiegelgeschichten aus aller Welt.

«Wie sehe ich aus?» Tag für Tag schauen wir prüfend in den Spiegel. Wir fragen, wie es um uns steht und was es braucht, um Bevorstehendes anzupacken. Im digitalen Zeitalter beschäftigt nicht nur Jugendliche die Frage, welches Profilbild man hochlädt. Der antike Mythos von Narziss erzählt von einem jungen Mann, der sich in sein Spiegelbild im Wasser verliebt und daran verzweifelt. Spiegel erzählen vom Drang nach Selbsterkenntnis ebenso wie von Eitelkeit. Kulturgeschichtlich wurden sie zum Symbol der Weisheit wie auch der Sünde. Sie beschützen vor bösen Geistern und sind selber voller Geheimnisse. In allen Religionen stossen wir auf das Thema Spiegel.

Vielfältige Leckerbissen

Fantasievoll und bunt bringt die Fête KultuRel Menschen verschiedener Kulturen, Religionen und Generationen miteinander ins Gespräch. Kommen Sie auch und entdecken Sie den Europaplatz zwischen den Schienen und Gleisen ganz neu – bespielt von Musik und Begegnung. Bleiben Sie nicht stehen vor der spiegelnden Fassade des Hauses: Treten Sie ein, entdecken Sie im Spiegel der Religionen neue Weltsichten und Einsichten. Bilder verändern sich. Humorvoll und tiefsinnig davon gesungen hat Mani Matter. Hören Sie am «Reflexe am Mittag»-Spezial – Freitag 21. Juni, 12 nach 12 – was Vertreter*innen der Religionen zu Matters «Kuh am Waldrand» sagen. Und was, wenn das eigene Spiegelbild abhandenkommt? Peter Schlehmil kann ein Lied davon singen. Von dieser und anderen Vorspiegelungen erzählt die Schauspielerin Noemi Gradwohl, musikalisch begleitet von der Sängerin und Kontrabassistin Afi Sika Kuzeawu. Und zum Schluss noch ein Leckerbissen der besonderen Art: der shnit-Kurzfilm-Nachtspaziergang durchs Quartier mit Projektionen auf die Häuserwand.

Angela Büchel Sladkovic

Hinweis:
Fête KultuRel vom 20. bis 23. Juni, Haus der Religionen, Europaplatz 1, Bern. Das Programm finden Sie unter www.haus-der-religionen.ch/fete-kulturel
Programmtipp: «Erkennst du (dich) selbst?» Meditation für Anfänger*innen und Geübte. Freitag, 21. Juni, ab 19.00, Kirche im Haus der Religionen. Meditation als Blick in den Spiegel? Es werden Meditationsformen vorgestellt (Shibashi, Kontemplation…) und Texte christlicher Mystiker*innen gelesen.

28. Mai 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 12
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