«Fragments du paradis», Schweiz 2015, Regie: Stéphane Goël, Dokumentarfilm

Film - Fragments du paradis

Wie stellen sich ganz gewöhnliche Menschen das Paradies vor? Dieser Frage geht der schön komponierte Dokumentarfilm von Stéphane Goël nach. Egal ob Gläubige, Agnostiker oder Atheisten: im Angesicht des Todes hat jede und jeder das Bedürfnis, sich ein Bild vom Jenseits zu machen. Was ist übrig geblieben von dem Paradies, das einst ewiges Glück versprach? Durch die Begegnung mit Leuten, die am Ende ihres irdischen Daseins stehen, begibt sich dieser Film auf eine persönliche und bewegende Entdeckungsreise zu einem imaginären Ort, der bis heute Hoffnung und Zweifel auslöst.

Dramaturgisch gelingt es dem Regisseur, einen Höhepunkt mit seinem eigenen Vater zu erzählen. Als Leitmotiv beginnen Vater und Sohn am Anfang des Films eine Bergwanderung, die zu einem besonderen Kraftort hinaufführt. Dabei kommen sich die beiden so nahe, dass dies nicht nur eine Sternstunde für die zwei Männer bedeutet, sondern auch für die Zuschauenden zum berührenden Erlebnis wird. Die Bilder dieser Wanderung werden gegengeschnitten mit pointierten Aussagen von zahlreichen Protagonisten. Diese «Stimme des Volkes» ist manchmal überraschend, ernsthaft oder humorvoll. Immer ist jedoch der Wunsch des Filmemachers spürbar, dass diese Fragmente des Paradieses auch uns die Angst vor dem Tod nehmen mögen.

Charles Martig, Filmjournalist Katholisches Medienzentrum

Website: www.agorafilms.net

6. April 2016
erstellt von «pfarrblatt»
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