Multiple Schicksale, Dokumentarfilm Schweiz 2015, Regie und Kamera Jann Kessler, 85 Minuten. Der Film wird in einzelnen Sondervorstellung in diversen Kinos gezeigt. Die genauen Daten und Orte, eine Dokumentation mit vielen Materialien, inkl. der Maturaarbeit finden Sie auf der Filmwebseite: www.multipleschicksale.ch

Film - Multiple Schicksale

Seit vielen Jahren leidet Janns Mutter an Multipler Sklerose. Als sie nicht mehr in der Lage ist zu sprechen, setzt er sich vermehrt mit der Krankheit auseinander. In der Hoffnung, mehr zu erfahren, macht sich der 18Jährige auf die Suche: Aufwändige Recherchearbeiten und das persönliche Kennenlernen von 15 Menschen mit MS gingen der Entscheidung voraus, einen Film über einige der Schicksale zu drehen. Schlussendlich erzählen sieben Personen auf sehr eindrückliche und offene Weise, wie sie mit der MS, aber auch mit sich und ihrem Leben umgehen. Trotz den manchmal massiven Einschränkungen können Luana, Bernadette, Rainer, Melanie, Oliver und Graziella ihr Leben zeitweise geniessen und es sehr intensiv erleben. Aber dies ist nicht einfach, was die gezeigte Auseinandersetzung mit Suizidgedanken und der eigenen Endlichkeit verdeutlicht.

Im Film verarbeitet der junge Filmemacher zudem die Erfahrungen mit seiner Mutter. Er versucht zu verstehen, wieso sie den Weg des Verdrängens der Krankheit gegangen ist und probiert, ihre Entscheidungen im Nachhinein zu akzeptieren. Während der Dreharbeiten beginnt Jann Kessler, Mama häufiger im Pflegeheim zu besuchen und ihr Geschichten vorzulesen. Immer häufiger filmt er bei diesen Besuchen auch, obwohl Mama den Aufnahmen nicht mehr willentlich zustimmen kann. Dadurch gibt er den Betrachtern die Möglichkeit, einen tiefen Einblick in seinen eigenen Verarbeitungsprozess zu erhalten.
 Entstanden ist ein vielschichtiger Film, voller spürbaren Vertrauens, der vor den schwierigen Fragen ebenso wenig zurückweicht wie vor den schönen Momenten des Lebens. Jann Kessler reichte den Film im November 2013 als Maturaarbeit ein.

com/kr

1. Dezember 2015