Viel bleibt an den Frauen hängen im ländlichen Bolivien. Foto: zVg

Frauen für Frauen

Der Gedenktag der Heiligen Elisabeth von Thüringen wird am 19. November gefeiert. Im Andenken an diese Heilige, die sich mit viel Engagement für die Armen einsetzte, hilft heute das Elisabethenwerk des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes SKF.

Seit 1958 wurden mehr als 2200 Entwicklungsprojekte in Asien, Afrika und Lateinamerika verwirklicht. Es ist immer so, dass man lokale Frauengruppen unterstützt, weiterbildet und zu selbständigem Handeln anleitet. In den Ländern des Südens wurden mit dieser Art der Zusammenarbeit mit den Frauen beste Erfahrungen gemacht.

Das Elisabethenwerk ist ein kleines, umsetzungsstarkes Solidaritätswerk und konzentriert sich derzeit, um die Spendengelder nachhaltig wirksam und sichtbar einsetzen zu können, auf Projekte mit Frauengruppen in Bolivien, Uganda und Indien. Zentrales Thema in den Bolivienprojekten ist die Frauenförderung zur aktiven Teilhabe am wirtschaftlichen und politischen Leben, zum Beispiel die Einflussnahme an der jährlichen Budgetvergabe für Projekte in der Gemeinde.

In den ländlichen Gegenden im Altiplano in Bolivien wird mit Holz gekocht. Der Rauch verursacht massive gesundheitliche Schäden – vor allem für Atemwege und Augen. Und die Holzressourcen werden immer weniger. Das Sammeln des benötigten Holzes ist meist eine Arbeit für Frauen und Kinder. Sie brauchen dafür sehr viel Zeit, weil die Wege immer länger werden, um noch genügend Holz zu finden.

In der Organisation «CADEMCA» (Centro de Apoyo al Desarrollo de la Mujer Campesina) in der Provinz La Paz sind über 300 Frauen in elf Gruppen organisiert. Die Frauengruppe hat sich mit dem Projekt der Solarkocher ans Elisabethenwerk gewandt und um Unterstützung angefragt. Sie will, unter Leitung ihrer Präsidentin Maria Guarachi, die Nutzung von Solarkochern für alle Frauengruppen in der Organisation einführen. Das Elisabethenwerk hat bereits 2014 mit «CADEMCA» in einem Projekt zur Herstellung von natürlichen Medikamenten zusammengearbeitet. Die 300 Frauen erhalten bei einem Treffen Grundlagenwissen zur Solarküche.

Die hier geschlossenen «Solarkocher-Netzwerke» sind zudem für den späteren Erfahrungsaustausch unter den Frauen sehr hilfreich. Dann finden in jeder Gemeinde zwei Kurse mit zwölf Frauen aus jeder Gruppe statt. Im ersten bauen sie den Solarkocher ihren Bedürfnissen entsprechend und erhalten dabei zusätzliche Informationen zu Temperaturen, Kochzeiten, Mengen. Sie können den Kocher aber auch selber reparieren und wissen, welche Materialien sie dazu benötigen.

Der zweite Kurs befasst sich mit der Vorbereitung und dem Kochen der Nahrungsmittel. Auf einem Solarkocher kochen – das will gelernt sein! Trotz erfolgreichen Wirkens hat das Elisabethenwerk aktuell grosse finanzielle Schwierigkeiten. Die Spendeneinnahmen sind stark rückläufig. Zurzeit werden alle Kräfte mobilisiert, um die finanzielle Schräglage des Elisabethenwerks wieder in eine gesunde Balance zu bringen.

Vera Schlittler-Graf

Spenden- und Kontaktinfos: Das Elisabethenwerk bedeutet Solidarität mit den Frauen im Süden: Elisabethenwerk, Kasernenplatz 1, Postfach 7854, 6000 Luzern 7. E-Mail ew(at)frauenbund.ch, Tel. 041 226 02 28, PC 60-21609-0.

15. November 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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