Für das Recht auf Unversehrtheit

Dass ausnahmslos jeder Mensch eine unverlierbare Würde hat, ist eine zentrale christliche – wie überhaupt religiöse – Überzeugung: Niemand darf die Würde eines Menschen verletzen – und wir alle müssen die Würde eines jeden Menschen schützen. Am Internationalen Tag der Menschenrechte stehen wir als Kirchen zusammen mit Partnerorganisationen für diese ständige und dauerhafte Aufgabe ein.

Religiös ist die Würde des Menschen im Glauben an Gott begründet: Jeder Mensch hat sein Leben von Gott geschenkt bekommen, jeder Mensch – Mann und Frau, jung und alt – ist ein Ebenbild Gottes. Mit dieser Aussage beginnt die Bibel. Wer daher einen Menschen verletzt, verletzt Gott beziehungsweise den Glauben an Gott. Aus der Würde des Menschen leiten sich die Menschenrechte ab. Am diesjährigen 10. Dezember stehen wir ein für das Recht auf körperliche, psychische und seelische Unversehrtheit, die von häuslicher Gewalt zutiefst verletzt wird.

Es geht uns alle an

Häusliche Gewalt ist grauenhaft. Menschen, die einem nahestehen, einem lieben und unterstützen sollten, tun einemSchrecklichstes an. Alles im Versteckten. Alles unter bleiernem Schweigen erdrückt. Es soll nichts nach aussen dringen. Ständig wird gedroht. Alle sind gefangen in dieser Gewalttätigkeit. Dabei ist klar: Häusliche Gewalt geht uns alle an, denn sie ist erschreckend verbreitet. Wir alle sind zumindest indirekt betroffen von häuslicher Gewalt, sei es in der Nachbarschaft, im Freundeskreis, im Zusammenhang mit Schulkolleginnen.

«Cercle» und Ökumenische Feier

Daher ist es wichtig, dass wir alle einstehen für eine Befreiung aus häuslicher Gewalt. Sie darf nicht verheimlicht werden. Es braucht Hilfe für alle Betroffenen. Im «Cercle de silence» stehen wir schweigend dafür ein. Alle, Gross und Klein, können mitmachen. Es ist ganz einfach: Man steht hin, bildet einen Kreis und steht schweigend da – für fünf Minuten, zehn Minuten oder auch eine halbe Stunde. Zusätzlich dazu findet eine für alle offene ökumenische Feier in der Kirche Bruder Klaus statt: Mit Wort und Musik bitten wir um Wege aus häuslicher Gewalt. Der philippinische Frauenchor begleitet uns dabei mit ermutigenden Liedern.

André Flury


Donnerstag, 10. Dezember
17.00–17.30 Cercle de Silence, Casinoplatz
18.00–19.00 Offene, ökumenische Feier, Kirche Bruder Klaus, Tram 7 bis Station Burgernziel
Mehr Informationen unter:
www.kathbern.ch/gfs
www.16tage.ch
www.be.ch/big
www.ebg.admin.ch

25. November 2015
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