Angela Büchel Sladkovic (3.v.l.) und Zeadin Mustafi (4.v.l.) folgen auf Nadir Polat und Karin Rehmann.

Neues Präsidium für Gemeinschaft Christen-Muslime

Die Berner Theologin Angela Büchel Sladkovic teilt sich das Präsidium seit dem 12. Juni mit dem Freiburger Imam und Religionspädagogen Zeadin Mustafi. Dieser ist auch Spitalseelsorger am Berner Inselspital.

«Das Präsidium der Gemeinschaft Christen und Muslime (GCM) in der Schweiz ist immer ein Doppelpräsidium, in dem beide Religionen und beide Geschlechter vertreten sind», sagt Büchel Sladkovic auf Anfrage des «pfarrblatt». Die beiden folgen in diesem Amt auf die reformierte Pfarrerin Kathrin Rehmat (Zürich) und den Architekten und Muslim Nadir Polat (Grenchen), die das Amt neun Jahre innehatten.

«Das Amt miteinander zu teilen, führt zu einer vielleicht intensiveren Zusammenarbeit mit einem muslimischen Partner als in anderen interreligiösen Projekten», sagt Büchel, die als Theologische Mitarbeiterin für die Fachstelle «Kirche im Dialog» tätig ist und sich in dieser Funktion auch im Haus der Religionen engagiert. An der GCM findet sie besonders spannend, «dass es eine Gemeinschaft ist», in der neben dem theologischen Austausch auch gesellige Begegnungsanlässe wie Reisen oder Ausflüge stattfinden.

Broschüren zur Situation von Muslim*innen

Doch braucht es in Anbetracht diverser interreligiöser Gremien auch solche, die sich explizit an zwei Religionen richten? Büchel bejaht. «Einerseits wird eine Diskussion immer komplexer, sobald mehrere Partner*innen beteiligt sind, andererseits ist die Situation von Musliminnen und Muslimen in der Schweiz nach wie vor schwierig.» Es brauche Information, Begegnung und Gespräch, um ein gutes Zusammenleben zu fördern, sagt Büchel und verweist auf die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft. «Eine Religion allein ist schon ein Universum, in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt.»

Zur Situation von Muslim*innen in der Schweiz hat die GCM denn auch verschiedene Broschüren herausgegeben: Muslime im Spital, Muslimische Kinder in Schweizer Schulen oder Ehe und Familie mit zwei Religionen.(sys)

 


Gemeinschaft Christen und Muslime in der Schweiz


Die GCM wurde 1992 nach einer OeME-Herbsttagung der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn zum Thema Islam im Kanton Bern als Verein gegründet. Ihr Ziel ist es, die Toleranz und das gegenseitige Verständnis zu fördern. Dazu dienen etwa Publikationen zur Situation von Musliminnen und Muslimen in der Schweiz, Reisen in vom Islam und vom Christentum geprägte Länder, aber auch Sportanlässe oder Museumsbesuche. Obschon die GCM national ausgerichtet ist, hat sie lokale Standbeine in Bern, Biel, Zürich und Grenchen, bedingt durch die jeweils involvierten Personen. In Bern etwa hat sich die interreligiöse Feier zum 1. August etabliert, in Biel die Teilnahme an der Woche der Religionen und am muslimischen Fastenbrechen, in Zürich gibt es regelmässige interreligiöse Frauentreffen. Der Rundbrief der GCM wird zweimal jährlich an rund 150 Adressen verschickt.

 

 

 

23. Juni 2021
erstellt von «pfarrblatt»
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