Raffael, Sixtinische Madonna, Öl auf Leinwand (1513-1514). Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Selbstporträt Raffaels, Tempera auf Holz (1504/1506). Galleria degli Uffizi, Firenze

Raffael, Transfiguration (1516/20), Öltempera auf Kirschbaumholz. Es ist das letzte Gemälde des Malers und wird in der Pinacoteca Vaticana aufbewahrt.

«Gott der Kunst» vor 500 Jahren gestorben

Am Karfreitag, 6. April 1520 um 22.00, stirbt Raffaello Sanzio. Er ist der Superstar der damaligen Kulturszene. Bekannt für seine Fresken, den Darstellungen der Muttergottes, etwa seine kongeniale Sixtinische Madonna oder der Tapisserien für die Sixtinische Kapelle. Der grosse Künstler kennt man heute allein an seinem Vornamen.

Raffaello Sanzio da Urbino wurde von seinen Zeitgenossen tatsächlich als «Gott der Kunst» verehrt. Die Bewunderung für den Maler und Architekten hält bis heute an. Zu seinem 500. Todestag hätte es zahlreiche Sonderausstellungen geben sollen.

Die grösste Raffael-Schau veranstaltete das römische Museum Scuderie del Quirinale. Zwei Tage war sie offen, dann kam das Corona-Virus. Die Ausstellung glänzte mit Leihgaben aus aller Welt, zehntausende Eintritte wurden vorab verkauft. Rekord.

Gezeigt wurden unter anderem Werke des Pariser Louvre, des Britischen Museums in London, des MoMA in New York, der Vatikanischen Museen, des Prado in Madrid, von Königin Elisabeth II. und den Florentiner Uffizien. Die 120 Meisterwerke sind nun eingeschlossen, sie hängen in stillen Räumen, den Augen der Welt entzogen.

Raffael ist neben Leonardo da Vinci (1452–1519) und Michelangelo Buonarroti (1475–1564) der dritte Grossmeister der Hochrenaissance. 1483 wird er als Sohn eines Hofmalers geboren, früh verliert er beide Elternteile. Er wächst bei einem Onkel auf.

Künstler wird er bei seinem Lehrer Perugino (1445-1523), dem damals wichtigsten Meister der Umbrischen Schule. Allmählich löst er sich von ihm und zieht über Florenz nach Rom. Mit 25 erhält er von Papst Julius II. den Auftrag dessen Wohnräume im Vatikanpalast künstlerisch zu gestalten. Raffael malt heute weltberühmte Fresken. Sie begründen seinen Ruhm. Er ist Präfekt für die Antike im Vatikan, 1514 wird er Chefbaumeister des Petersdoms.

Gestorben ist der «Frauenliebhaber», wie es in der Literatur oftmals heisst, wahlweise an einer Geschlechtskrankheit oder an einem mysteriösen Fieber. Raffael wurde bloss 37 Jahre alt.

Andreas Krummenacher

 

Tipp: Ulrich Pfisterer: Raffael. Glaube, Liebe, Ruhm. C. H. Beck; 384 S., Fr. 78.- bei  www.voirol-buch.ch

 

 

6. April 2020
erstellt von «pfarrblatt» online
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