Geduld. Foto: iStock/DusanBartolovic

SBK: Die Einschränkungen entsprechen einer «recht verstandenen Selbst- und Nächstenliebe». Foto: iStock/Des Green

Gottesdienste und Lockdown

Update vom 28. Mai: Weitere Lockerungen

An der Medienkonferenz des Bundesrates vom 27. Mai wurden weitere Lockerungen des Corona-Sonderregimes bekannt gegeben. Vieles wird ab 6. Juni und dann ab 8. Juni wieder erlaubt sein. Die Eigenverantwortung wird wichtiger. Die bekannten Hygiene- und Distanzvorschriften gelten weiterhin. Die Schutzkonzepte müssen eingehalten werden. Wo es zu engen Kontakten kommt, sind Kontaktdaten zur Nachverfolgung aufzunehmen.

Die Kommunikaitonsstelle des Bistums Basels schreibt über die Ergebnisse für den kirchlichen Bereich in einer Mitteilung:

«Ab heute (28. Mai) sind öffentliche Gottesdienste wieder erlaubt, sofern das Schutzkonzept eingehalten wird.

Ab 30. Mai sind spontane Versammlungen bis 30 Personen erlaubt (Schutzmassnahmen beachten).

Ab 6. Juni sind Veranstaltungen bis 300 Personen erlaubt (mit Schutzkonzept).

Ab 6. Juni sind Aktivitäten der Jugendarbeit, ausserschulische Katechese, Vereins- und Gruppenanlässe wieder möglich (mit Schutzkonzept). Als Referenzschutzkonzept für diese Aktivitäten gilt im Bistum Basel das Musterkonzept der Jugendfachstellen.»

Hier finden Sie das Rahmenschutzkonzept zur schrittweisen Öffnung der Angebote der Kinder- und Jugendförderung und der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Detaillierte Infos auf der  Internetseite des Bistums

 

Update vom 20. Mai: Gottesdienste werden ab 28. Mai wieder zugelassen.

Mehr dazu hier

Update vom 16. Mai: Bischof Felix Gmür wird Bundesrat Alain Berset treffen

Bundesrat Alain Berset wird kommende Woche den gesamten Rat der Religionen zum Gespräch empfangen. Mit dabei wird auch Bischof Felix Gmür sein, wie er im Interview mit der Arbeitsgemeinschaft der Pfarrblatt-Redaktionen bestätigt. Das Treffen wird am Dienstag, 19. Mai stattfinden; voraussichtlich im Haus der Religionen in Bern.

Damit kommt Bewegung in die Frage, wann Gottesdienste wieder zugelassen werden. Der Pfingsttermin steht erneut zur Debatte. 

Der Rat der Religionen wurde 2006 gegründet. Er setzt sich aus den leitenden Persönlichkeiten der drei christlichen Landeskirchen, der jüdischen Gemeinschaft, der christlich-orthodoxen Gemeinde und islamischer Organisationen zusammen. Die Dialogplattform unterstützt gemäss eigenen Angaben «die Verständigung zwischen den Religionsgemeinschaften, fördert den religiösen Frieden in der Schweiz und ist Ansprechpartner für die Bundesbehörden und den Bundesrat». 

 

14. Mai: Trotz bischöflichem Brief, es bleibt dabei, Gottesdienste können wohl erst wieder ab 8. Juni durchgeführt werden

Ein Sprecher des Departements des Inneren (EDI) teilt auf Anfrage des «pfarrblatt» mit, der Bundesrat werde Öffnungen bezüglich Gottesdienste «voraussichtlich bei seinem nächsten Schritt beschliessen». Er präzisiert, der nächste Schritt sei auf den 8. Juni angekündigt, «mit Entscheid am 27. Mai». Damit wird der Forderung von Bischof Felix Gmür, Gottesdienste schon ab Auffahrt durchzuführen, wohl nicht entsprochen.

Der EDI-Sprecher schreibt, man würde in engem Kontakt mit den verschiedenen Glaubensgemeinschaften stehen. «Die Öffnung muss von Schutzkonzepten begleitet werden, wie in anderen Bereichen auch. Es ist wichtig, dass diese Schutzkonzepte den Gepflogenheiten der einzelnen Glaubensgemeinschaften und der jeweiligen Lokalitäten angepasst sind.»

Offenbar gibt es Glaubensgemeinschaften und Konfessionen mit fehlenden oder ungenügenden Schutzkonzepten. Der Bundesrat muss jedoch alle gleich behandeln.

Gottesdienste sind spezielle Versammlungen und als solche aus epidemiologischer Sicht mit einem grossen Risiko verbunden. Zu nennen ist der Gesang und das eher höhere Alter der Besucher*innen.

Gottesdienste fallen ausserdem ganz profan in den grossen Bereich der Kultur. Hier gibt es viele Involvierte und viele Interessen.

Der Bundesrat spricht also über Gottesdienste, berät über die verschiedenen Schutzkonzepte. Nicht alle Glaubensgemeinschaften und Konfessionen haben bislang solche erarbeitet und eingereicht. Das Thema bleibt weiter aktuell, vor allem in den nächsten Tagen bis zum 27. Mai. 

 

12. Mai: Bischof Felix Gmür schreibt Bundesrat einen Brief mit der Bitte, Gottesdienste ab 21. Mai zuzulassen

Bischof Felix Gmür, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, hat dem Bundesrat einen offenen Brief geschrieben, worin er die Zulassung von öffentlichen Gottesdiensten ab dem 21. Mai fordert. Wir dokumentieren den Brief hier im Worlaut:

«Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin, Sehr geehrte Damen und Herren Bundesrätinnen und Bundesräte, Sehr geehrter Herr Bundeskanzler

Im Namen der Schweizer Bischofskonferenz danke ich Ihnen für Ihr beherztes und umsichtiges Vorgehen in der aktuellen Coronakrise. Unsere Kirchen haben Ihre Massnahmen stets mitgetragen und nach bestem Wissen und Gewissen an die Gläubigen vermittelt, denn das Gottesdienstverbot in der Karwoche und an Ostern war für viele Menschen sehr schwer zu ertragen.

Dass seit dem 11. Mai vieles möglich und offen ist, Gottesdienste aber verboten sind, ist nicht mehr zu vermitteln. Für Hunderttausende sind wöchentliche Gottesdienste ein existentielles Verlangen. Sie brauchen eine Perspektive. Deshalb ersuche ich Sie, dass ab Christi Himmelfahrt (21. Mai), spätestens an Pfingsten (31. Mai) öffentliche Gottesdienste wieder möglich sind.

Die entsprechenden Schutzkonzepte taugen für Grossanlässe und liegen vor; Abstand und Hygiene werden eingehalten. Mit bestem Dank und freundlichen Grüssen

+Felix Gmür, Bischof von Basel, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz

PS: Im gleichen Zeitraum finden die religiösen Feste Schawuot und Id al-Fitr statt.»

 

27. April: Schutzkonzept vorgestellt

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat am 27. April zuhanden der Bistümer ein sogenanntes «Rahmen-Schutzkonzept» veröffentlicht. Darin werden detailliert Punkte aufgelistet, die es bei Begräbnisfeiern und zu einem späteren Zeitpunkt bei öffentlichen Gottesdiensten zu beachten gilt. Gottesdienste bleiben weiterhin bis 8. Juni untersagt.

Die SBK hält fest, dass man sich strikt an die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit halte. Das vorgelegte Schutzkonzept diene als Orientierung für die Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Behörden; es sei stets an die konkreten Verhältnisse anzupassen.

Die Situation bleibt im Wesentlichen unverändert. Es gibt viele Hinweise und Vorgaben, die für Sakristan*innen von Interesse sein dürften. Hygienemassnahmen wie die Handdesinfektion und die Desinfektion der Türen und Gegenstände, Distanzregeln wie das Anbringen von Klebestreifen und das Aufhängen der bekannten Plakate beispielsweise.

Begräbnisfeiern wurden schon vor Wochenfrist auf den Familienkreis ausgeweitet. Die SBK schreibt nun, dass die Trauerfamilie entscheide, wer zum Familienkreis gehöre.

Weiter heisst es in den Schutzmassnahmen, die von SBK-Präsident Bischof Felix Gmür unterzeichnet sind, man verstehe die «Hoffnung vieler Gläubigen und trägt diese auch selbst mit, bald wieder öffentliche Gottesdienste feiern zu können». Die behördlichen Schutzmassnahmen seien allerdings nötig und sinnvoll, um in «verantwortungsvoller Weise schrittweise das kirchliche und spirituelle Leben in unserem Land wieder zu normalisieren».

Wann Gottesdienste wieder stattfinden können, weiss die SBK nicht. Das Konzept ist «gültig ab dem vom Bundesrat zugelassenen Zeitpunkt», wie es heisst. Aber auch dann sind keine normalen Gottesdienste möglich.

Man kann es sich angesichts der Distanz- und Hygienevorschriften vorstellen. Im SBK-Schutzkonzept heisst es: «Der Zugang zum Gotteshaus ist auf maximal einen Drittel seiner ordentlichen Besucherkapazität begrenzt. In jedem Fall ist den einzelnen Gläubigen ein Raum von mindestens 4 Quadratmeter zuzuteilen. Die Einhaltung der notwendigen Abstände wird mit geeigneten Massnahmen sichergestellt.»

Und weiter: «Um zu vermeiden, dass bei gut besuchten Gottesdiensten Gläubige vor dem Gotteshaus abgewiesen werden müssen, werden Anmeldeverfahren mit Platzreservationen empfohlen.»

Im Schutzkonzept der Bischofskonferenz heisst es denn auch passend, die Einschränkungen würden einer «recht verstandenen Selbst- und Nächstenliebe» entsprechen. Es werde sicherlich «noch eine Weile dauern bis zu einem vollen kirchlichen und religiösen Leben. Dabei sind die öffentlichen Gottesdienste nur ein Teil davon, was das Christsein ausmacht. Auch die vielen familiären und nachbarschaftlichen Formen des Glaubenslebens, das Gebet und die gottesdienstliche Feier zu Hause gehören dazu.»

kr

Link zum Rahmen-Schutzkonzept der Schweizer Bischofskonferenz zur Durchführung öffentlicher Gottesdienste, 27. April 2020

 

17. April: Erste Lockerungen, vor allem bei Begräbnisfeiern

Die ersten Lockerungen des Bundesrates im Zusammenhang mit den Notmassnahmen zur Eindämmung des Coronavirus betreffen die Kirchen nicht. Kirchliche Veranstaltungen bleiben vorerst untersagt, Gottesdienste gibt es wohl bis 8. Juni keine.

Kirchliche Veranstaltungen und Gottesdienste gehören für die verschiedenen Krisenstäbe des Bundes und des Kantons Bern zu den sogenannt «problematischen Ereignissen». Das hat vor allem mit dem hohen Altersdurchschnitt des Publikums zu tun. Eine mögliche Lockerung in diesem Bereich erfolgt darum erst zu einem späteren Zeitpunkt.

An der Medienorientierung des Bundesrates vom 16. April war im kirchlichen Zusammenhang bloss von Lockerungen bei den Begräbnisfeiern die Rede. Hansruedi Huber, Medienverantwortlicher des Bistums Basel, teilt darum in einer Mitteilung mit, dass «Begräbnisfeiern auf den ganzen Familienkreis erweitert wurden», ausserdem dürfe die Einzelseelsorge, beispielsweise Hausbesuche, «unter Wahrung der Schutzmassnahmen wieder persönlich stattfinden». Der Bischof empfehle «dringlich», Begräbnisfeiern im Freien abzuhalten.

Auf Nachfrage beim Bundesamt für Gesundheit teilt Mediensprecher Daniel Dauwalder mit, das Veranstaltungsverbot erfasse auch Gottesdienste. Dieses «gilt weiterhin und ist vom gestrigen Bundesratsentscheid nicht betroffen». Das bedeutet, dass kirchliche Veranstaltungen und Gottesdienste wohl bis 8. Juni untersagt sind.

Hansruedi Huber präzisiert, man erwarte dass der Bundesrat «spätestens ab 8. Juni öffentliche Gottesdienste zulässt.» Ende April und Ende Mai wird der Bundesrat zu den jeweiligen Schritten Details und Präzisierungen veröffentlichen. Ab 11. Mai sollen die obligatorischen Schulen (Primar- und Sekundarstufe) wieder öffnen, wahrscheinlich wird auch der Religionsunterricht wieder erlaubt sein. Alles immer unter der Vorgabe der Distanz- und Hygieneregeln.

Auf die Frage, ob die Kirchen grundsätzlich auf der Tagesordnung des Bundesrates stehen würden, antwortet Daniel Dauwalder: «Der Bundesrat wird die weiteren Schritte der Öffnung diskutieren und dazu gehören selbstverständlich auch die Gottesdienste».

Wann mit einer Öffnung bei den Kirchen zu rechnen ist, darauf konnte Daniel Dauwalder keine Antwort geben. Die weitere Schritte müssten erst noch diskutiert werden. Auf die Schlussfrage, ob beim Bundesrat die Dimension der spirituellen Gesundheit ein Thema sei, antwortete er nicht.

Redaktion: Andreas Krummenacher

 

 

28. Mai 2020
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