Frauen*KirchenStreik in Ostermundigen

Besammlung in der Heiliggeistkirche in Bern

Ein frommer Wunsch...

Edith Zingg, Theologin und Gemeindeleiterin Guthirt Ostermundigen. Foto: Pia Neuenschwander

Das Team von Bern-West macht sich vor der Kirche St. Antonius auf den Weg

Engagiert dabei. Katrin Schulze, Regula Herren, Karin Gündisch

Mitten am Fest

Die pinken Mitren wirkten bisweilen als Provokation

In der Heiliggeistkirche versammelten sich Frauen und solidarische Männer aller Konfessionen

Ein grosses Engagement. Die Frauen forderten Gleichberechtigung in den Kirchen allüberall

Auf dem Weg zur Hauptkundgebung auf dem Bundesplatz in Bern

Stand des Frauenbundes

Der pinke Punk als Erkennungszeichen. Motto: Gleichberechtigung. Punkt. Amen

Generationen im Gespräch in der Pfarrei Guthirt Ostermunigen

Charmant mit Schirm und pink

Unwidersprochen. Katrin Schulze (Theologin in Bern-West)

Maria Regli, Theologin in der Pfarrei St. Marien Bern

Streikcafé in Köniz; Gleichberechtigung thematisieren und dafür sensibilisieren

Vertiefter Gedankenaustausch in Köniz

Streikcafé Köniz. Mehr pink geht nicht. Die Theologin Ute Knirim hat alles gegeben

Hat sich der Frauen*KirchenStreik gelohnt?

«Gleichberechtigung. Punkt. Amen.» Dieser Slogan stand auf den pinken Punkten, dem Erkennungszeichen der in der Kirche Engagierten, die am Frauenstreik mitgemacht haben. Was bleibt davon zurück? Die Theologinnen Edith Zingg und Maria Regli ziehen Bilanz.

Für Edith Zingg, Gemeindeleiterin der Pfarrei Guthirt Ostermundigen, war die Präsenz der katholischen Kirche in «jedem Fall notwendig, sinnvoll, erfolgreich». Auf Nachfrage erläutert sie, dass sich im Vorfeld und vor Ort einiges ereignet habe. So hätten sich beispielsweise in der Pfarrei junge Frauen und «ältere Semester» getroffen, um sich über Frauen- und Männerrollen, das heisst über familiäre Herausforderungen ausgetauscht und sich gegenseitig bestärkt. Es seien sich in der Pfarrei Frauen und Generationen begegnet, die sonst eher nicht miteinander in Kontakt kommen würden.

Für Edith Zingg war es «lustvoll, bestärkend», miteinander – gleichsam als Kirche – einen solchen Event mitzutragen und dabei sein zu können. Es habe ausserdem Kontakte mit politischen Organisationen und NGOs gegeben, mit denen man sonst kaum in Kontakt gekommen wäre. Einige würden wohl weitergehen.

Sie habe dadurch insgesamt eine positive Aussenwahrnehmung der Kirche beobachtet. Edith Zingg erzählt weiter, dass Taufeltern auf den Slogan reagiert hätten und ihr Erstaunen darüber ausgedrückt hätten, dass sich jemand von der katholischen Kirche am Frauenstreik beteilige. Das sei sehr positiv gewertet worden.

Sie erwähnt, dass letztlich auf die Initiative der Kirchenfrauen hin, «dann doch die Glocken in Bern (und weit darüber hinaus) als Zeichen gegen Gewalt an Frauen* und Kindern geläutet haben».

«Auch wenn rosige Zeiten sicher nicht so schnell anbrechen in der Kirche, aber die Vision, was das bedeuten könnte, ist beim FrauenKirchen*Streik in all seinen Facetten sicher deutlich geworden.»
                                                                      Ute Knirim, Theologin, Pastoralassistentin in St. Josef Köniz


Der Frauen*KirchenStreik, so Edith Zingg, «hat mich als Gemeindeleiterin bestärkt, meinen Weg in einer Leitungsfunktion weiterzugehen… Ich habe nur positive Rückmeldungen gehört, dass wir, dass die kath. Kirche mitgemacht haben.»

Kritisch merkt sie aber an, dass die Erkennbarkeit der katholischen Kirche nicht immer gegeben war. Der Slogan sei sehr gut, aber es hätten deutlichere Hinweise auf die Kirche geben müssen, beispielsweise auf den T-Shirts.

Maria Regli ist Theologin in der Pfarrei St. Marien im Berner Nordquartier. Auch für sie war der Frauen*KirchenStreik insgesamt positiv: «Auch wenn wir alle gleicher Meinung waren und sind ‹Gleichberechtigung.Punkt.Amen›, hat dieser Anlass uns den Rücken gestärkt!» Sie hoffe jetzt, dass sich bei jenen, die eine andere Position vertreten würden, die Haltung nicht noch mehr verhärte, sondern ein Dialog auf Augenhöhe möglich werde. Maria Regli führt weiter aus: «Was mich persönlich am meisten gefreut hat, ist die Solidarität unter uns Frauen im Pastoralraum Bern und im Speziellen auch mit meinen reformierten Kolleginnen im Nordquartier. Um im ökumenischen Prozess nicht die gleichen Fehler zu machen und einen Schritt weiterzukommen, ist diese notwendig und darum sehr erfreulich! Für mich eine weitere Frucht dieses Frauen*KirchenStreiks.»

Auch national habe sie dieser «dieser schwesterlich getragene Prozess» weitergebracht. «Wir sind heute viel besser vernetzt, auch international. Und es gibt Forderungen, von denen wir nicht mehr zurücktreten», so Maria Regli.

Edith Zingg zieht ein ähnliches Fazit. Die Zusammenarbeit im Pastoralraum Bern sei gut gewesen gut. Man habe in den Pfarreien und Fachstellen auf unterschiedliche Weise gemeinsam an diesen Themen gearbeitet. Das sei eine gute Erfahrung gewesen. Es seien Orte entstanden, wo politische und kirchliche Themen – eben beispielsweise die Stellung der Frauen – ausgesprochen werden konnten. Es sei eine Sensibilisierung in diesen Themen passiert.

Andreas Krummenacher

Vielen Dank für die vielen Fotoeinsendungen und rückmeldungen an Edith Zingg, Maria Regli, Yasmin Gutiérrez, Andrea Meier und Ute Knirim

Mehr zum Thema:
Frauenstreik schnörkellos, «pfarrblatt» online 16. Juni


Die Videoreportage vom Frauenstreik, vom Frauen*Kirchenstreik.
Quelle: kath.ch, 14. Juni: 

18. Juni 2019
erstellt von «pfarrblatt» online
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