In der Inselkapelle - ein Riss durch den Vorhang. Foto: zVg

Hell und frei

Am 24. Oktober ist Walter Rigert, der Architekt der katholischen Inselkapelle, gestorben.

Die Kapelle ist für den Spitalkontext gebaut worden: Für Patient*innen und Angehörige, für Mitarbeitende. Sie alle sind in irgendeiner Weise durch Krankheit und Leid, aber auch durch Hoffnung und Heilung, geprägt.
Bei manchen geht ein Riss durch das Leben – verursacht durch einen Unfall oder eine Erkrankung –, so wie in der Glasmalerei des Kunstmalers Max von Mülenen ein Riss durch den Vorhangstempel geht.

Der Grundriss der Kapelle ist ein Sechseck. Es soll – so erklärte Rigert einmal – etwas Bergendes haben: Wie zwei Hände, die sich aneinanderlegen. Rigert wählte sehr schlichte Materialien: einen einfachen Kalkverputz; die Apostelkreuze und der Antonius sind einfach an die Wand gemalt. Das Wesentliche ist einfach. Das Wesentliche braucht nicht mehr, sonst würde es vielleicht sogar verdeckt.

Wie wünschte Walter Rigert sich, dass die Besucher*innen diesen Raum erleben? «Die Besuchenden erreichen über die Zugangsterrasse den Kapelleneingang. Beim Eintritt … empfängt sie der dunkle Raum bei der Empore. Von hier steigert sich der Kapellenraum zu immer grösserer Helligkeit und Befreiung.» («pfarrblatt», 30. Sepember 1962).

Hubert Kössler


Die Kolumne der Inselspitalseelsorge im Überblick

14. November 2018
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 47-48
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Spirituelles