Herausgegriffen

«WOZ: Fühlen Sie sich als Linker [in Sambia] nicht gelegentlich allein?» 

Markus Schär: Linke Ideen gibt es schon – wenn man darunter weniger eine antikapitalistische Tradition versteht als das Konzept von sozialer Gerechtigkeit. Die lokalen Kulturen basieren stark auf dem Community-Gedanken: Die Gemeinschaft ist zentral, was auch die soziale Ungleichheit begrenzt. Ausserdem ist zum Beispiel die katholische Kirche in Sambia stark der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet. Ich hätte nie gedacht, dass ich sie einmal loben würde …(lacht).
Klar lässt sich manches kritisieren, etwa Homophobie oder Paternalismus, aber die Kirche leistet wirklich gute Arbeit im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Und sie exponiert sich auch politisch: Als letztes Jahr die autokratische Patriot-Front-Regierung kritische Medien schliessen und Kritiker einsperren liess, hat der Erzbischof überraschend deutlich für die Grundrechte Stellung bezogen.»

Aus: Interview in der «WOZ – Die Wochenzeitung» Nr. 12/2018 vom 22. März; «Durch den Monat mit Markus Schär» (Teil 4). Der Berner Landwirt, Geograf und Älpler Markus Schär (41) arbeitet seit drei Jahren für Comundo, eine NGO mit katholischen Wurzeln, in Kasisi, Sambia. Im April kommt er zurück in die Schweiz.

21. März 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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