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Herausgegriffen rund um Weihnachten

Weihnachtsgottesdienst
Neueste Umfragen in Deutschland zeigen offenbar, dass selbst von den Kirchenmitgliedern inzwischen nur noch eine Minderheit die Absicht hat, einen Weihnachtsgottesdienst zu besuchen. Claudia Becker von «Welt online» stellt in einem Artikel nun dar, warum es eben sinnvoll sein könnte, diese Entscheidungun zu überdenken und doch an Weihnachten einen Gottesdienst zu besuchen. Als Gründe nennt sie, es sei ein identitätsstiftendes Erlebnis, es sei eine Gemeinschaft von Engagierten, ein trostspendendes Ritual, ein Ritual der Ruhe und ein Kulturgut.
Aber lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Termin
Die Geburt des Heilands wurde der Überlieferung zufolge zunächst im Frühjahr gefeiert. Papst Liberius war es dann, der das Geburtsfest Christi auf den 25. Dezember festlegte. Das war im Jahr 354. Erst knapp 500 Jahre später wurde das Fest zu einem allgemeinen Feiertag erklärt. Und erst ungefähr seit dem 16. Jahrhundert wird es auch privat gefeiert.


Essen
Schon im Mittelalter wurde an hohen Festtagen ausgiebig und gut gegessen. Das Weihnachtsfest macht hier also keine Ausnahme. In Norddeutschland hiess Heiligabend lange Zeit daher auch «Vollbauchabend». In katholischen Regionen begann das Festessen erst am ersten Feiertag, Heiligabend wurde gefastet.


Baum
Der Weihnachtsbaum geht auf das kirchliche Krippenspiel des Mittelalters zurück. Zunächst verbreitete er sich an den Königshöfen und beim Adel. Um 1800 zog er in die Stuben der bürgerlichen Oberschicht ein, im 19. Jahrhundert wurde er allgemein populär.


Geschenke
Friedrich Rost (68) ist Erziehungswissenschaftler an der Freien Universität Berlin. Seit über 30 Jahren erforscht er das Schenken. Im „Montagsinterview“ vom 18. Dezember in der Berner Zeitung erklärte er: «Zu einem richtigen Schenkfest für sämtliche Schichten hat sich Weihnachten nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Da gab es mehr zu verteilen.
Die Wurzeln gehen aber viel weiter zurück: Eine Prager Quelle berichtet um 1400 von einem freigebigen Abend. In vielen Regionen bekamen Knechte und Mägde zu Martini, am 11. 11., ein Handgeld für das neue Jahr. Dieses wurde dann gleich auf den Weihnachtsmärkten abgeschöpft, wo es Tand zu kaufen gab. Mit der Reformation wurde in reicheren städtischen Haushalten versucht, das Schenken an Kinder vom Nikolaus über Luthers Kunstfigur «Heiliger Christ» als Gabenbringer auf Weihnachten zu verlegen. Spätestens in den 1870er-Jahren schenkte in protestantischen Regionen der Weihnachtsmann beziehungsweise in katholischen das Christkind.

Friedrich Rost erklärte auch, was der Sinn des Schenkens sei, wo der Ursprung dieser Handlung liege: «Wer schenkt, der will binden. Das gegenseitige Schenken festigt Beziehungen. Der Gebende will Freude bereiten, der Nehmende bekommt ein Zeichen der Anerkennung. Das Schenken hat sich aus dem Geben entwickelt. Menschen machten die Erfahrung: Nur wenn man abgibt, kann man in der Gemeinschaft überleben. In Notzeiten ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass die anderen sich revanchieren, wenn man vorher selbst etwas gegeben hat.»

Redaktion: Andreas Krummenacher

20. Dezember 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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