Texten und performen: hier in Bern am RAP&POETRY, anlässlich «cantars», 25. April 2015 in der «offenen Kirche» Heiliggeist Bern. Foto: zVg/www.cantars.org

«hereingebeten» – Texten!

Dies ist meine Welt
die Welt die ich erschaffe
die sterben wird mit mir
(denn die Wirklichkeit verändert sich
durch unser Betrachten
lehrt Heisenberg).
Nein, meine Welt, ich verlasse dich nicht
hochwerfen will ich dich
wie einen roten Ball
in schwindelblaue Unendlichkeit.
Fang auf, Gott
hier kommt meine Welt!

Cordelia Edvardson, 1929

Texte sind für viele Menschen eine Art, sich die Welt anzueignen – die Welt zu schaffen – ihre Welt zu zeigen. Sie habe manchmal etwas Spielerisches wie der roter Ball im Gedicht von Edvardson und rühren gleichzeitig immer wieder an die «schwindelblaue Unendlichkeit» in/um/ über unserm Leben. Wir alle texten in Whats- App und per E-Mail, schreiben schöne Texte für Gratulations- oder Trauerkarten und lassen uns dann und wann zutexten von Politikerinnen oder Predigern…Texte sind zudem ein Grundstoff unserer Religion – und sie sind der Grundstoff für ein neues ökumenisches Projekt in Bern. Die Fachstelle Kinder&Jugend hat zusammen mit der «offenen kirche», der Kirchgemeinde Heiliggeist und refbejuso den Schreibwettbewerb «Texten» lanciert, den auch das Berner «pfarrblatt», die Zeitschrift «reformiert.» und die Buchhandlung Stauffacher unterstützen.

Im letzten Frühling hat in der Heiliggeistkirche der Anlass «Rap&Poetry» stattgefunden. Junge Wort-KünstlerInnen unterschiedlicher Genres haben sich getroffen und einen Abend lang zumThema «das ist meine Botschaft» geredet, fabuliert, formuliert, gerappt und gesungen. Spannend war dabei die Tatsache, dass junge Menschen mit ganz unterschiedlicher Kirchennähe und Kirchendistanz ihre Botschaft formuliert haben – die Kirche war einen Abend lang Plattform für die Stimmen von ganz unterschiedlichen Menschen. Daran möchte «Texten » anknüpfen. Wir wollen unterschiedliche Meinungen, Ideen und Gedanken eine Plattform bieten.

Wir möchten Menschen verschiedenen Alters einladen, auszudrücken, was sie bewegt und uns begeistern lassen von ganz unterschiedlichen «Texten». Poesie und Prosa – Lieder und Essays – Texte von kleinen Jungs und älteren Damen, von Lehrerinnen und Schreinern, von Dichterinnen und Rappern… kreuz und quer sind alle eingeladen, die gerne texten.
Als Thema haben wir in diesem Jahr einen Slogan gewählt, den junge Polygrafinnen an der Schule für Gestaltung Bern für die offene kirche entworfen haben: «hereingebeten». Aus allen Texten, die uns zu diesem Thema bis am 15. Februar erreichen, wählt eine Jury die besten jeder Kategorie aus. Sie werden im Rahmen der Museumsnacht 2016 am 18. März in der Heiliggeistkirche ein erstes Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Das grosse Finale findet dann am 29. April im Rahmen des Anlasses «Texten. Poetry Slam preacher vs. Poets» ebenfalls in der Heiliggeistkirche statt. Neben der Prämierung des Texten-Wettbewerbs findet an diesem Abend ein Poetry Slam statt, in dem sich TheologInnen mit Poeten aus der Slam-Szene in einen Wettstreit der schnellen Worte messen. Bereits zum zweiten Mal liefern sich damit in Bern PredigerInnen und DichterInnen ein augenzwinkerndes Duell. Im Jahr 2015 hat mit Andreas Kessler ein Theologe das Rennen gemacht. Die besten «Texten»-Texte werden anschliessend an die Veranstaltung hier im «pfarrblatt» und auch online publiziert. Seien auch Sie Teil dieser Aktion und schicken sie uns ihren Beitrag. «Texten» Sie drauflos!

Andrea Meier

 

Schreibwettbewerb Texten: «hereingebeten» Texten – über das, was dich bewegt, in Poesie und Prosa, ganz knapp oder etwas länger.
Das können viele gut: Junge und Alte, Frauen und Männer, Leute von hier und von dort.
Aus allen Texten zum Thema «hereingebeten » wählt eine illustre Jury die besten jeder Kategorie aus. Sie werden dann in zwei Schritten der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum ersten Mal am Halbfinale von «Texten» während der Museumsnacht am 18. März 2016 in der Heiliggeistkirche Bern (die beim Bahnhof) und dann am grossen Finale «Texten. Poetry Slam preacher vs. poets» am 29. April 2016 ebenfalls in der Heiliggeistkirche. Du kannst wählen, ob du deinen Text selber vorlesen möchtest oder ob ein Schauspieler/eine Schauspielerin deinen Text vorträgt. Anschliessend werden die Gewinnertexte online veröffentlicht. Texte bis zum 15. Februar einsenden an: texten@offene-kirche.ch oder per Post (Poststempel) an: offene kirche – in der Heiliggeistkirche, Bürenstrasse 12, Postfach 1040, 3000 Bern 23.
Es werden Texte in folgenden Kategorien entgegengenommen (bitte beim Einsenden angeben): Poesie/ Prosa 0–12 Jahre / 13–20 Jahre / Ü20 Jahre Max. 7000 Zeichen inkl. Leerschläge
Infos: www.offene-kirche.ch

9. Dezember 2015
  • Bildung
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