Passt gut zu diesem Jahr: verkehrt aufgehängter Weihnachtsbaum. Foto: zVg

Hoffnung oder Angst vor Veränderungen

Im Foyer der Kirche St. Martin in Thun hängt der Weihnachtsbaum schön geschmückt verkehrt herum an der Decke. Die Reaktionen dazu sind verschieden, einmal wurde gesagt, wie praktisch das wäre zu Hause, wenn kleine Kinder da sind, ein andermal war es eher ein «Was soll das?».

Autor: Kurt Schweiss, Pastoralraumpfarrer

Für mich passt der Baum ganz gut zu diesem Jahr, in dem doch vieles nicht so ging, wie wir es gewohnt sind oder gewünscht hätten. Und doch, wenn es um die Frage geht, was denn wohl in der nächsten Zeit anders sein werde, bin ich mir nicht ganz sicher, was ich antworten soll. Wir sind in einer ausserordentlichen Lage, auch wenn sie nicht als solche deklariert ist, und wünschen uns doch einfach nur die ordentliche Lage zurück. Dass es wieder ganz normal zu- und hergehen soll, so wie wir uns das gewohnt waren – lauert das nicht als unausgesprochener Wunsch in uns?

Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen von aussen aufgezwungenem Wandel und einem Wandel, der dem eigenen Entschluss entspringt. Doch lassen wir diese Allgemeinplätze und fragen uns, was sich wohl in der Kirche, oder etwas bescheidener, in den Pfarreien des Pastoralraums Berner Oberland ändern werde. Welche Teile des kirchlichen Lebens werden gestärkt aus den Einschränkungen hervorgehen, welche geschwächt? Es wäre wahrscheinlich etwas vermessen, darauf eine Antwort geben zu wollen, die für alle Gemeinden gilt.

Eigentlich bleibt mir nur, die Frage an alle zurückzugeben: Auf welche Veränderungen in der Kirche hofft ihr, vor welchen Veränderungen habt ihr Angst? Die Hoffnung kann zur Kraft werden, die Veränderung anstösst. Es geht dabei nicht um gute Vorsätze zum neuen Jahr, sondern um Wünsche und Sehnsüchte, die als Hoffnung zur erneuernden Kraft werden. Es geht um unsere Hoffnung.

30. Dezember 2020
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 1
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