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«Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?»

«Männer sind ursprünglich Jäger, und Frauen sind Sammlerinnen» – auf dieser Vorstellung basieren die meisten aktuellen Geschlechterklischees. Angeblich biologisch vorgegeben, sei dies die «natürliche» Rollenteilung zwischen Männern und Frauen: er Ernährer – sie Gattin, Hausfrau und Mutter. Doch gab es dieses urgeschichtliche Traumpaar wirklich? Oder haben die Vorstellungen, die sich um den ur- geschichtlichen Jäger und seine sammelnde Gattin ranken, weniger mit ur- geschichtlichen als mit heutigen Geschlechterrollen zu tun, von denen lediglich behauptet wird, dass sie «ursprünglich» und «natürlich» seien? Was sagen die archäologischen Quellen dazu? Was weiss man überhaupt über urgeschichtliche Geschlechterverhältnisse, und wie kommt die Archäologie zu diesen Erkenntnissen?

Die Basler Archäologin Prof. Dr. Brigitte Röder geht in ihrem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung zu «Rollenbilder. Frau & Mann in den Religionen» Fragen zur Geschlechterforschung zwischen archäologischen Quellen und modernen Rollenklischees nach. Dabei zeigt sich, dass einige Befunde das Bild zu bestätigen scheinen, andere aber durch gänzlich unerwartete Rollen verblüffen. Das Ergebnis ist ein facettenreiches Gesamtbild, das auf vielfältige, sich stets wandelnde Geschlechterrollen hindeutet.

Aus Corona-Gründen kann der Vortrag nicht im Berner Haus der Religionen stattfinden, aber alle Interessierten sind eingeladen, virtuell auf der Plattform Zoom daran teilzunehmen, live am Dienstag, 19. Mai, um 18.30. Interessierte melden sich für die Zugangsdaten per E-Mail bei brigitta.ro- tach@haus-der-religionen.ch. Ein virtueller Rundgang durch die Bieler Ausstellung «Ich Mann. Du Frau ...» mag einen ersten Eindruck des Themas vermitteln: www.nmbiel.ch/virtual-tour.

13. Mai 2020
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 11
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