pfarrblatt:

News-Artikel

Angela Büchel Sladkovic (46), Foto: Nicole Arz

In der Kirche bin ich diejenige, die mit Frauen und für Frauen arbeitet.

Was lieben Sie an Ihrer Tätigkeit?
Es macht mir Freude, Teil einer grösseren Bewegung zu sein und in das Band, das Frauen vor uns gelegt haben, meinen Faden zu knüpfen und das Jetzt mitzugestalten.

Was ist Ihnen eher lästig?
Ungewohnt waren für mich die langen Vorlaufzeiten im Verband; ein Vorteil, aber zwischendurch auch schwierig ist die Unregelmässigkeit des Engagements, die mit sich bringt, dass wir uns als Familie immer wieder neu organisieren müssen.

Erzählen Sie von einem berührenden Erlebnis!
Wir waren unterwegs, 90 Frauen auf den Spuren der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Es war ein dichter Moment, als wir in der Kirche von Eisenach zusammen feierten. Als die Frauen in den Altarraum kamen und miteinander Brot teilten, stand eine Frau auf und begann zu singen. Die Schönheit des Gesangs in die Stille und Verbundenheit hinein ... Später erzählte mir die Frau, dass sie sich bis jetzt nie getraute, so vor anderen zu singen.

Schildern Sie einen schwierigen Moment!
Schwierig sind die Momente, wo man das Gefühl hat, jetzt ziehen wir nicht mehr am selben Strick. Immer wieder zu schaffen macht mir, dass die Kirchenleitung die Gleichstellung der Frauen blockiert.

Worauf vertrauen Sie in Ihrem Leben?
Auf die Menschen, «dass sie es gut mit mir meinen» und dass die Unterstützung und die Solidarität anderer mich auch schwierige Situationen «meistern» lassen; dass im Miteinander ein Geist wirkt, der aufbaut und Überraschendes möglich macht.

Wie leben Sie?
Mit meinem Mann und unseren drei Kindern (7, 9, 11) in einem alten Bernerhaus, ohne Auto, mit Katze, Garten und lieben Nachbarn im Haus.

Angela Büchel Sladkovic (46)
Seit 2009 im Verbandsvorstand des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SBK).

20. November 2013