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Im Herbst wird sie die einfache Profess ablegen, die sie für drei Jahre als Novizin ans Kloster bindet. Danach sollen die ewigen Gelübde folgen: Petra Rüegg. Foto: zVg

Kann das Leben im Kloster Erfüllung bringen?

Die Gemeinschaft der Kapuzinerinnen in der Schweiz ist seit den 60er-Jahren von 600 auf 140 Nonnen geschrumpft. Doch das Kloster Leiden Christi in Jakobsbad freut sich über neue Mitschwestern. Eine davon ist Petra Rüegg.

Noch lebt sie als Kandidatin im Appenzellischen Kloster Leiden Christi, doch Petra Rüegg wird noch in diesem Jahr als Novizin eingekleidet. Die 43-Jährige scheint angekommen zu sein. Rund zehn Jahre lang begab sie sich auf die Suche nach einem Ort der Erfüllung. Viereinhalb Jahre lebte die gelernte kaufmännische Angestellte in einembenediktinischen Orden im Mittelland. Dort stand sie kurz vor der ewigen Profess, doch sie verliess das Kloster. «Ich habe mich nicht zu Hause gefühlt. » Zu streng seien die Regeln gewesen und ihr fehlte das familiäre Gefühl. Gleichwohl wusste Petra Rüegg jetzt, dass ihr Platz in einem Kloster ist.
«Etwas passierte mit meiner Seele. Gott hat mich in meinem Inneren stark berührt. Nur war ich nicht am richtigen Ort.» Also begab sie sich weiter auf die Suche, arbeitete als Moderatorin beim katholischen Sender «Radio Maria» und absolvierte eine Ausbildung zur Fusspflegerin. Der Gedanke, in ein Kloster einzutreten, liess sie nicht los. So verbrachte sie einen Monat im Kloster Leiden Christi. Hier scheint nun ihre Sehnsucht nach einer Glaubensfamilie gestillt zu werden. So lebt sie seit letztem Oktober definitiv im Jakobsbad.
Die lebhafte und fröhliche Frau fühlt sich zu Hause beim dort sehr vielseitigen Klosterleben. Neben den insgesamt etwa fünf Betstunden arbeitet Petra Rüegg in der Klosterapotheke, im Garten oder der Backstube. Im Herbst wird sie die einfache Profess ablegen, die sie für drei Jahre als Novizin ans Kloster bindet. Danach sollen die ewigen Gelübde folgen. Sie sagt klipp und klar: «Hier fühle ich mich erfüllt. Diese Erfüllung habe ich auch in meinen früheren Beziehungen mit Männern nie verspürt. Immer fehlte mir was. Aber das ist nun vorbei.»


www.klosterleidenchristi.ch

27. Mai 2015