Kein Geld für Kriege und Waffen!

«Mein Geld führt Krieg. Waffengeschäfte von Banken und Pensionskassen stoppen!» - das ist das Motto des diesjährigen Ostermarsches. Dieser wird jeweils am Ostermontag durchgeführt und ist getragen von vielfältigen Basis- und Friedensgruppen sowie von Glaubensgemeinschaften und Kirchen.

Die Veranstalterinnen des Protestmarsches, darunter auch die Katholische Kirche Bern, wollen darauf aufmerksam machen, dass Schweizer Pensionskassen und Banken jährlich dreistellige Millionenbeträge in Rüstungskonzerne investieren. So werden indirekt Kriege unterstützt sowie Menschen und Umwelt zerstört.

Die Investitionssumme aus der Schweiz hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Bedauernswerterweise sind seit 2011 insgesamt mehr als 5 Milliarden US-Dollar an Konzerne geflossen, die auch Atomwaffen und Streumunition herstellen, obwohl die Finanzierung der Produktion international geächteter Waffen seit Februar 2013 verboten ist.
Die wichtigsten Akteure in diesem Bereich sind die Grossbanken Credit Suisse und UBS, die Kantonalbanken, die Schweizerische Nationalbank (SNB), die Versicherungen sowie die Pensionskassen. Die Schweizerische Nationalbank investierte im Jahr 2016 über 800 Millionen Dollar in mindestens 14 Atomwaffenproduzenten, obwohl sie im Jahr 2014 kom6muniziert hatte, auf Aktien von solchen Unternehmen verzichten zu wollen, die Waffen produzieren, die grundlegende Menschenrechte massiv verletzen oder systematisch gravierende Umweltschäden verursachen. Die Schweizerischen Pensionskassen investieren zwischen 4 und 12 Milliarden Franken in die Rüstungsindustrie über Indexfonds. So hat im Jahr 2014 jeder Einwohner und jede Einwohnerin durchschnittlich 798 US-Dollar in Waffen, also auch Atomwaffen, investiert. In Österreich sind das hingegen lediglich 9 US-Dollar gewesen.

Die Veranstalter des Ostermarsches fordern von der Politik ein Verbot von Investitionen in die Rüstungsindustrie, von den Finanzakteuren eine Transparenz beim Anlageverhalten und von den Geldanlegern schliesslich, dass Verantwortung für das eigene Geld übernommen wird, indem man beispielsweise den Arbeitgeber um einen Wechsel der Pensionskasse bittet.
Seit 2003 ist der Ostermarsch Bern fester Bestandteil in der Agenda der Friedensbewegten. Damit wird eine internationale Tradition von Osterkundgebungen für Frieden und Abrüstung fortgeführt.

Martina Bär

Hinweis
Am Ostermontag, 17. April, findet ab 13.00 der traditionsreiche Ostermarsch statt. Er führt vom Eichholz in Wabern auf den Münsterplatz in Bern, wo ab 14.30 die Schlusskundgebung stattfindet. Auf dem Münsterplatz mit dabei ist der Soziologen und Konfliktforscher Ueli Mäder. Es gibt viel Musik und feines Essen und Trinken aus dem Jura.
Infos: www.ostermarschbern.ch

12. April 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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